Cake mit Schinken und Oliven

Ein leckeres Rezept, das sich bei mir bewährt hat. Zum Aperitif, beim Grillen oder bei Partys ist es immer gut angekommen. Das tolle ist, man kann dieses Rezept beliebig variieren, solange die Mengen für den Grundteig stimmen.

Die Zutaten

Grundteig

  • 150 g Mehl
  • 3 Eier
  • 1 Päckchen Hefe
  • 10 cL Milch
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 100 g geriebener Emmentaler oder Gruyère

Noch dazu

  • 200 g dicker Schinken, am besten schon in Würfeln geschnitten
  • etwa 20 entkernten grünen Oliven
  • Salz und Pfeffer ganz wenig, nach Geschmack

Die Zubereitung

  • Backofen bei 175 °C vorheizen.
  • In einer Salatschüssel, Mehl, Hefe, Eier, Salz und Pfeffer zu einer homogenen Masse rühren. Olivenöl hinzufügen. Milch erwärmen und mit dem geriebenen Käse unter dem Teig rühren.
  • Schinken und Oliven schneiden, zum Teig hinzufügen.
  • Alles in einer rechteckigen Backform gießen. Bei 175°C drei Viertelstunden lang backen lassen. Ich benutze unten in der Backform gerne Backpapier, um das rausholen des Cakes nach dem Abkühlen zu erleichtern.
  • Cake in Scheiben schneiden und servieren.

Nährwertangaben

pro 100 g fürs Rezept
Energie (kcal) 250,2 1930
Eiweiß (g) 13 100,9
Kohlenhydrate (g) 15,9 122,8
davon Zucker (g) 1,4 11,1
Fett (g) 14,3 110,4
Ballaststoffe (g) 0,7 5,6
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Der fliegende Kamm

Heute erzähle ich kurz von einem Traum, den ich vor gut neun Jahren hatte.

Es war am frühen Morgen, bevor der Wecker klingelte. Ich musste an dem Abend vorher ein bisschen zu viel am Computer gespielt haben.

Ich befand mich nachts auf einem Feld und musste eine Horde von Skeletten und Zombies mit meinem Schwert bekämpfen. Nach der Schlacht bin ich zurück nach Hause gegangen. Voll mit Blut bedeckt, habe ich mich in die Badewanne gelegt, um mich von der Schlacht zu erholen. Das Badezimmer sah genau aus wie das Schlafzimmer von meinem Bruder in unserem früheren Haus. Statt seines Betts war jetzt die Badewanne. Ich habe irgendein Geräusch gehört und bin aufgesprungen. Dabei hat mein Ellbogen den Kamm berührt, der bei mir immer auf der Ecke auf der Badewanne lag. Der Kamm ist dadurch weg geflogen; das Geräusch, als er zum Boden fiel, hat mich geweckt.

Ich habe zuerst gewartet, dass der Wecker klingelt, bevor ich aufgestanden bin. Ich bin dann zum Badezimmer gegangen, und wäre fast auf dem Boden gerutscht, weil ich vor dem Klo mit dem Fuß auf meinem Kamm getreten bin. Ich fand dieses Ereignis sehr seltsam. Zum einen lasse ich nie Sachen auf dem Boden liegen. Höchstens Bücher neben meinem Arbeitsplatz, wenn ich sie gerade noch brauche und kein Platz neben dem Rechner mehr habe. Aber nicht im Badezimmer. Zum anderen befanden sich zwischen dem Klo und der Badewanne noch die Waschmaschine und der Waschbecken, alles in einer Reihe, der Kamm muss wirklich mit Schwung geworfen worden sein. Wäre er einfach vom Rand der Badewanne gerutscht, wäre er viel näher dran gelandet, sicherlich nicht vor dem Klo. Ich habe mich wieder an den Traum erinnert. Könnte es sein, dass ich im Traum meinen Körper verlassen habe und tatsächlich den Kamm fallen lassen habe? Das würde das Geräusch erklären, mit dem ich aufgewacht war. Na ja, wenn man es für möglich hält, dass man etwas wie eine Seele hat, die aus dem Körper raus gehen kann (ok, warum nicht, ich habe nichts dagegen) und mit Objekten wechselwirken kann (das hätte ich weniger erwartet). Ich hätte auch am Abend vorher nicht merken können, dass der Kamm schon vor dem Klo lag. Das kann ich mir aber nicht vorstellen. Ach ja, meine Katze war damals noch nicht geboren, ich war alleine in der Wohnung.

Ein von einigen Kuriosen Ereignissen, die ich mir aufschreiben wollte, bevor ich sie ganz vergesse.

Verhütungspille

Heute gab’s in meiner Zeitung einen Artikel über die Verhütungspillen (fr), insbesondere die der 3. und 4. Generation. Anlass war eine Veröffentlichung eines Berichtes der ANSM, indem gezeigt wird, dass die Pillen der 3. und 4. Generationen mehr als eine Verdopplung der Thrombusrisiken und Todesfälle verursachen, verglichen mit den Pillen der 1. und 2. Generationen. Die absoluten Zahlen sind nicht sehr hoch, aber das Risiko steigt trotzdem mit den neuen Pillen.

Ich habe die Pille 2001 aufgehört, als ich mich von Stefan getrennt habe. Ich habe die Pille nicht immer genommen, nur wenn ich eine Beziehung hatte. Die letzte Pille war übel. Ich weiß nicht mehr, welche Marke es war, was es drin gab und zu welcher Generation sie gehörte. Ich erinnere mich aber genau daran, wie ich mich damals beim Abbruch gefühlt habe. Plötzlich befreit. Als ob auf einmal mir eine große Last von den Schultern genommen wäre. Das Leben war wieder schön. Ich habe mich so erleichtert gefühlt, dass ich häufig am Seufzen war und allen meinen Freunden erzählt habe, wie gut es mir wieder ging. Dabei hatte ich gar nicht gemerkt, dass ich mich vor dem Aufhören der Pille schlecht gefühlt hatte.

Ich habe dann in den letzten Jahren zurückgeblickt und festgestellt, dass ich mich über Sachen total aufgeregt hatte, die mir nach der Pille völlig unwichtig erschienen haben. Ich finde diese Erkenntnis sehr erschreckend. Es mag vielleicht nicht so schlimm wie bei den Psychopharmaka sein, aber ich habe den starken Eindruck, dass meine Persönlichkeit sich mit der Pille geändert hatte. Und nicht so schlagartig wie mein Befreiungsgefühl nach Abbruch der Pille. Die Veränderung muss sehr progressiv stattgefunden haben, sonst hätten die Leute in meinem Umfeld es gemerkt und mir gesagt – hoffe ich mindestens. Ich war während der Einnahme von der Pille sehr gereizt geworden. Diese Persönlichkeitsveränderung hat bestimmt eine Rolle bei meiner Trennung mit Stefan gespielt, wobei ich denke, so schlimm war es nicht, wir haben sowieso nicht wirklich miteinander gepasst. Und ich habe mich seitdem häufig gefragt, wer bin ich eigentlich?

Wenn meine Meinungen, Stimmungen, Empfindungen durch Einnahme eines Medikamentes sich so ändern, dann bin ich nicht mehr die gleiche Person. Nur wegen ein paar Hormone… Es ist schlimmer als das. Ich habe nach der Pille gemerkt, wie empfindlich ich auf meinen eigenen Zyklus reagiere. Um den Eisprung bin ich optimistisch, manchmal sogar euphorisch. Um meine Periode bekomme ich traurigen Gedanken, bin sehr pessimistisch, schlecht gelaunt und kann sogar Tränenausbrüche haben (genau wie in den Stereotypen). Bestimmte Männer fand ich beim Eisprung sehr attraktiv, obwohl ich mich für sie während meiner Periode gar nicht interessierte. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass es von meinem Zyklus kommt. Die Stimmungsschwankungen waren nach Abbruch der Pille sehr extrem und haben sich jetzt verbessert, seitdem ich bewusst psychologisch dagegen steuere. In welchem Moment in meinem Zyklus bin ich dann die wahre ich? Das ist mir nicht klar.

Ich fand es erschreckend, weil ich noch fest an einem Leben nach dem Tod glauben wollte, und feststellen musste, dass wenn es eine Seele gibt, diese nur ein Produkt der Aktivität der Hormone und des Gehirns sein könnte. Wie auch immer, ich habe mich arrangiert, um meinen noch einzigen Glaubensstück zu erhalten – ohne Leben nach dem Tod kriege ich beim zu vielen Nachdenken wieder eine Depression wie am Anfang von meinem Studium, das muss ich nicht noch mal machen. Vielleicht erzähle ich irgendwann mal darüber. Auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass ich nie wieder die Pille nehmen will.

Aktionstag in den Thermen

Ich habe mich gestern richtig auf einen Entspannungstag in den lokalen Thermen gefreut. Freunde angerufen, die konnten doch nicht mitkommen, egal, alleine geht’s auch, ich gehe so gerne hin… Mal abschalten, das habe ich wirklich nötig, letzte Woche war ziemlich anstrengend.

Knapp nach 10:00, an der Kasse begrüßt mich eine Angestellte, sie gibt mir ein Chip Coin und ich gehe rein. Runter zu meinen üblichen Umkleidekabinen… Augen reiben, nein, ich sehe richtig, alle 200 Fächer sind schon benutzt. Das habe ich noch nie erlebt. Zurück zum Erdgeschoss, um festzustellen, dass dort auch alle Fächer voll sind, ein Mann ist gerade dabei, seine Sachen im letzten unbenutzten Fach zu packen. Pfff… Das kann doch nicht sein, über 700 Menschen[1] sind an einem Montag so früh schon da? Nun, jetzt wo ich den Chip in der Hand habe, denke ich, erst mal hier bleiben, vielleicht ist es drin doch nicht so schlimm… Also hoch zur ersten Etage, es sind noch einige freie Fächer da, ich kriege einen Schlüssel, um mich umziehen zu können (Nr 786). Auf der Etage sind keine Einzelkabine; nach mehr als 10 Jahren in Deutschland habe ich mich aber an die etwas andere Definition von Anstand in Deutschland gewöhnt[2], außerdem ist die Großraumumkleide links nur für Frauen, den großen Schild mit einer skizzierten Frau und der Schrift „Nur Frauen“ an die Tür kann man nicht übersehen. Tja, unglaublich, wie viele Männer „versehentlich“ in unsere Umkleide gekommen sind. Sind sie alle blind oder zu blöd, um den Schild zu verstehen? Ich denke, sie waren einfach nur geile Böcke.

Geduscht, ab zum eigentlichen Thermenbereich… Überall nur Menschen, man weißt nicht mehr richtig, wie man sich frei bewegen kann. Ich habe es so wirklich noch nie erlebt. Selbst am Wochenende im Sommer. Na gut, ich gehe sonst immer früh nachmittags wieder weg, genau um den großen Drang zu vermeiden. Nun, da war’s relativ früh morgens, und an einem Arbeitstag auch noch. Ich gehe also Richtung Außenbecken, es ist so kalt draußen, da werden bestimmt weniger Leute sein. Ich gehe die Treppen runter zum Becken, vor mir geht eine andere Frau die Treppe ins Wasser runter. Als sie Wasser bis zur Brust bekommt beschließt sie plötzlich, schwimmend ins Wasser zu gehen. Ich bekomme mit voller Kraft ihren rechten Fuß in den unteren Bauch getreten. Auf einmal von Schmerz in zwei gebeugt, die Frau denkt auch noch, ich würde simulieren, da sie halb lachend mich fragt, ob es mir gut geht. Blöde Zicke. Hoffentlich bekommt sie das zurück bezahlt. Mir tut heute der Bauch noch ein bisschen weh. Ich hätte darauf bestehen sollen, eine Unfallmeldung zu machen, nur aus Prinzip und weil ihre Reaktion so unpassend war. So schlimm ist es auch nicht[3], aber ich möchte nicht wissen, wie es einer schwangeren Frau dabei gegangen wäre.

Nach einer Stunde Aufenthalt, in der ich mich nun wirklich nicht entspannen konnte, beschließe ich, wieder nach Hause zu gehen. Gesamte Aufenthaltsdauer: mit Duschen gerade Anderthalbstunde (wo ich sonst üblicherweise 5 Stunden bleiben kann), Erholungsgrad null, Gereiztheit aufs Maximal gedreht. Der Grund für die überfüllten Thermen: Aktionstag, Eintrittspreis um 40% reduziert. Nie wieder will ich an einem Aktionstag zu den Carolus Thermen gehen. Definitiv. Selbst mit dem Rabatt war jeder Euro zu viel, da man die in der Werbung versprochene Entspannung nicht bekommen kann. Wenigstens hätte die Frau am Eingangsbereich mich warnen können, hätte ich gewusst, wie viele Leute schon da waren, wäre ich gleich wieder nach Hause gegangen, und hätte mir den ganzen Ärger gespart. Gut, dass meine Freunde doch nicht mitkommen konnten.

[1] Kann nicht sein, also im Ernst, kann es wirklich so viele Leute in den Thermen geben? Beim nächsten Mal zähle ich die Fächer durch. Es kommt mir doch viel zu viel vor.
[2] Als meine Mami zu Besuch kam haben wir natürlich die Thermen besucht. Ich habe nicht daran gedacht, sie zu warnen; sie war schon schockiert zu sehen, dass Leute im Duschenbereich einfach ungeniert vor Anderen nackt spazieren gehen.
[3] Verflucht, mein Bauch tut mehr weh, als ich dachte. Vielleicht muss ich doch zum Arzt gehen.

„Il n’a personne vu“

Heute rege ich mich über meine Landesgleichen auf[1]. Und ich fange gleich mit dem Zitat im Titel an.
Nach meiner Promotion habe ich einen kurzen Vertrag für eine Arbeit in einem Forschungsinstitut in Frankreich bekommen. Fast alle meine Kollegen waren Franzosen, wir hatten auch einige Ausländer in meiner Gruppe, unter anderen einen Deutschen, Burkhardt, der seit zwei oder drei Jahren schon da war und fleißig Französisch lernte[2]. Wir sind eines Tages mit ihm und anderen Kollegen in die Mensa gegangen. Burkhardt hat uns eine Anekdote erzählt, ich weiß nicht mehr genau, worum es ging, aber er hat irgendwann gesagt, dass ein Mann niemanden gesehen hatte. Dabei hat er versehentlich die deutsche Grammatik eingesetzt und das Partizip am Ende gesagt: „Il n’a personne vu“, statt „Il n’a vu personne“. Im Grunde sind nur zwei Wörter getauscht. Nicht schlimm, man kann’s trotzdem verstehen, dachte ich. Was für eine Aufregung bei meinen französischen Kollegen! Einige haben nur gelacht, nachdem ich sein Fehler erklärt habe; eine andere Wissenschaftlerin konnte sich aber nicht mehr beruhigen, weil der Satz für sie völlig unverständlich war, und hat sich nur noch darüber aufgeregt, er sollte wenigstens richtig Französisch sprechen, wenn er sich mit den Leuten hier unterhalten wollte. Die blöde Zicke hat mir ein wenig Leid getan[3]. Wenigstens hatte sich Burkhardt die Mühe gegeben, sich unsere Sprache zu eignen. Ich würde gerne sehen, wie sie in sich in Deutschland ausdrücken würde. Deutsch hat sie anscheinend nie gelernt, sonst hätte sie sein Fehler verstanden. Diese Geschichte zeigt mir, wie verschlossen und intolerant einige Franzosen gegenüber andere Sprachen oder Ausländer sein können. So wenige Franzosen sind es nun auch nicht…

2002 hatten wir eine Präsidentschaftswahl. Wie üblich gab es zwei Wahlgänge, zwei Wochen voneinander entfernt, jeweils sonntags. Ich hatte damals den langen Weg aus Deutschland zu meiner Heimat gemacht, um mich an die Wahl zu beteiligen – das war gleichzeitig die Gelegenheit, meine Eltern zu besuchen. Am ersten Sonntag, Ende April, habe ich mit der Tagesschau abends einen tiefen Schock bekommen, als die Ergebnisse bekannt gegeben wurden. Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 72% haben 17% der Wähler ihre Stimme für die rechtsextremiste Partei von Le Pen gegeben, und ihn damit ermöglicht, zum zweiten Wahlgang zu kommen, wo nur noch zwei Kandidaten übrig bleiben dürfen. So konnte Chirac mit 82% der Stimmen zum zweiten Mal gewählt werden. Mein Volk, meine Heimat? Nein, ich kann mich seitdem wirklich nicht mehr mit diesem Volk identifizieren[4].

Das schlimme daran ist, dass ich langsam den Eindruck bekomme, die meisten Wähler sind nicht in der Lage, sich über eine Partei oder über die Lage ihres Landes ein klares Bild zu machen – sie haben keine blasse Ahnung. Das sehe ich täglich auf Facebook. Ein Beispiel von heute Morgen: Eine Bekannte aus der Schulzeit teilt einen Status mit politischem Charakter aus irgendeiner Seite mit, in dem sehr karikaturistische Aussagen über die Parteien von links und rechts gemacht werden, und wo klar wird, dass der Autor die Linksangehörigen für Vollidioten hält und die Rechtsangehörigen für deutlich überlegener. Es ist mir im Grunde egal, wie der Verfasser dieses Status politisch orientiert ist. Was mich stört ist, neben der Benutzung von spöttischen pauschalen Aussagen ohne Quelle, um deren Gültigkeit zu prüfen, der letzte Satz (von mir ins Deutsche übersetzt): „Wenn eine Person einer rechten Partei diesen Status liest, teilt sie ihn mit. Eine Person der Linke nicht.“ Und gleich die Reaktion von meiner Bekannte: „Ich bin parteiunabhängig und teile diesen Status mit.“ Ich wollte gleich schreiben, „Du hast dabei vergessen, deinen Gehirn einzuschalten.“ Ich meine, einfach blind einer Aufforderung zum Mitteilen von irgendeinem Text folgen, weil eine unbekannte Person drin impliziert, wenn du nicht mitteilst musst du linksorientiert sein, also ein Vollidiot? Hallo? Das nenne ich einfach Spam zwecks Hirnwäscherei. Und es ist leider nur ein Beispiel. Vor zwei Wochen hatten wir ein Bild, der viral auf Facebook geteilt wurde, in dem eine Vergleichstabelle zwischen Arbeitsnehmern und Arbeitslosen zeigte, dass man als Arbeitslos am Ende vom Staat viel mehr Geld zum Leben bekommt. Nirgendwo wurde angegeben, woher diese ganzen Zahlen kommen, oder auf welcher Basis sie gerechnet wurden, was Facebook-Benutzer nicht daran hinderte, munter das Bild weiter zu teilen. Wie Rue89 später berichtete (auf Französisch), handelte es sich ursprünglich um einen kleinen Witz, der absichtlich zum Spaß viele Fehler enthielt. Dabei interessierte sich keiner dafür, der das Bild weiter teilte, ob die enthaltene Information wahr ist oder nicht. Ahnungsloses Mitteilen ist aber katastrophal, wenn dadurch wie häufig Ideen von Rechtsextremisten an Gewicht gewinnen. Weil man ja diese populäre Weisheit kennt: „Wenn es auf Internet steht, muss es wahr sein“. Und es ist so bequem, die Schuld für eine schlechte Wirtschaftslage auf eine einfach zu identifizieren Bevölkerungsminderheit zu schieben. Diese Beispiele und viele mehr aus einem nicht geringen Teil meines Bekanntenkreises[5] auf Facebook zeigen mir, dass viele Leute ohne nachzudenken alles glauben, was man ihnen erzählt, und mir dadurch als Wahlunfähig erscheinen.

[1] Wobei ich denke, was ich erzähle wird in anderen Ländern nicht anders sein.
[2] Das alleine ist in meinen Augen schon lobenswert. Ich habe in Deutschland französische Kollegen gehabt, die sich nie die Mühe geben wollten, Deutsch zu lernen.
[3] In der Grundschule hatte man – wenigstens noch in meiner Zeit, und die Frau ist älter als ich – eine Übung gehabt, wo Wörter eines Satzes in einer beliebigen Reihenfolge angegeben waren, und man musste sie richtig anordnen, um einen Sinn zu bekommen. Dass sie das in diesem kleinen Satz nicht mal hinbekommen hat, fand ich… traurig.
[4] Ich kann das Ansehen der französischen Flagge auch nicht mehr ertragen, sie ist in meinem Kopf zu sehr mit dieser Partei verbunden. Die haben sie ja in ihrem Logo verarbeitet.
[5] Und aus meiner Familie…

Caponata

Von diesem sizilianischem Gericht gibt es viele Variante. Ich kenne die von der (jetzt verstorbenen) Mutter meines Patenonkels, die selber Sizilianerin war und keine Tomaten benutzt hatte. Im Sommer hat es bei meinem Patenonkel immer frische Caponata als kalte Vorspeise gegeben.

Die Zutaten

  • Olivenöl
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Glas Sardellen
  • 2 kleine Auberginen
  • 1/2 Glas Essig (10 cL, weiß)
  • 1 Sellerie
  • 1 kleines Glas Kapern
  • Schwarze Oliven, etwa 20
  • Pfeffer, Kräuter der Provence

Mit der Menge habe ich genug für 2-3 Tage als Hauptspeise mit Brot. Wem es zu viel wird kann die lieben Arbeitskollegen überraschen und zur Mittagspause eine kleine Portion mitbringen (ich hab’s auch manchmal gemacht).

Die Zubereitung

  • Die klein geschnittenen Zwiebel und Knoblauch mit den Sardellen und den Kräutern in einem großen Topf mit Olivenöl blond anbraten. Am Ende bleibt von den Sardellen nichts mehr zu sehen, nur winzige Stücke und die kleinen Gräten. In einer vegetarischen Variante kann man auf die Sardellen verzichten.
  • Als nächste kommen die Auberginen-Würfel. Ich gebe dazu gleich das halbe Glas Essig und decke zu.
  • 6-7 Sellerie-Stangen werden in Scheiben geschnitten und hinzugefügt. Wenn die Blätter schön sind, sollten sie auch geschnitten mit in den Topf. Die Sellerie wird nicht ganz benutzt, es wäre zu viel.
  • Die schwarzen Oliven sollen naturgereift sein. Ich hab’s schon irgendwo erwähnt, lasst die Finger von den künstlich gefärbten Oliven! Die schmecken ekelhaft nach Seife. Man erkennt sie an ihrer wirklich schwarze Farbe und glatte Oberfläche, wie mit Botox gefüllt. Echte naturgereifte Oliven haben eine eher violette/braune Farbe, sind befleckt und haben den echten Oliven-Geschmack. Die Oliven entkernen und halbiert mit den Kapern hinzufügen. Mit Pfeffer ein bisschen würzen, zu decken.

Das war’s schon, ich warte, bis die Aubergine-Stücke durch sind und lasse die Caponata vorm Servieren schön abkühlen.

Wichtig: Kein Salz benutzen! Durch die Sardellen und Kapern gibt es schon genug davon!

Nährwertangaben

pro 100 g fürs Rezept
Energie (kcal) 64,5 511,8
Eiweiß (g) 2 16,2
Kohlenhydrate (g) 3 24
Fett (g) 5,2 41,6
Ballaststoffe (g) 2,2 17,5

Nächtliche Türklingeln

Heute bin ich um 04:20 aus dem Schlaf gerissen worden. Ich hörte meine Türklingel, die lange gedrückt wurde, und habe aus lauter Panik, noch im Bett liegend, auf einmal ein sehr hohes Puls bekommen. Was war los, warum klingelte jemand bei mir um die Uhrzeit? Aufstehen wollte ich nicht.

Meine Klingel ist laut, besonders nachtsüber. Alles um mich herum war noch still. Meine lauten Nachbarn aus dem Stadttheater, die ich am Abend noch gehört hatte, gaben keinen Ton von sich. Dabei sind sie schnell, sich zu beschweren, wenn kleinste Geräusche aus meiner Wohnung kommen, diese Hypokriten. Die Studenten unter mir bewegten sich auch nicht. Alles blieb still. Hatte ich wirklich die Türklingel gehört? Doch, sonst wäre ich nicht so schlagartig aus meinem schon halb vergessenen unruhigen Traum aufgewacht, mit schnell schlagendem Herzen. Oder hatte ich die Türklingel geträumt? Das hat mich an etwas erinnert.

Vor acht Jahren habe ich kurzzeitig wieder bei meinen Eltern gewohnt. Ich war nach meiner Doktorarbeit in Deutschland erstmals arbeitslos, und als Studentin hatte ich unbewusst trotz langjährigem Arbeitsvertrag keine Arbeitslosenversicherung bezahlt, so dass ich mir sehr schnell keine Wohnung mehr leisten konnte[1]. Meine Eltern waren dabei, sich zu trennen, und da das Einfamilienhaus meistens leer blieb, habe ich es benutzt. Ich habe einige Wochen lang in diesem Haus sehr merkwürdige Träume bekommen. Ich befand mich nachts in einer Wüste neben einer dunklen Pyramide und hörte zu, wie (m)eine Stimme mir eine schreckliche Geschichte erzählen wollte, die mir als Kleinkind passiert wäre, und die ich total vergessen hätte. Sehr weit konnte die Stimme in der Geschichte nie kommen, da ich jedes Mal aufwachte: Ich hörte, wie jemand an der Haustür laut klopfte und nach meinem Namen rief. Manchmal hörte ich noch an der Tür klopfen, obwohl ich im Bett schon wach lag. Aber mir wurde danach immer klar, dass es wirklich niemanden an der Tür gab. Ich nahm an, das mein Unterbewusstsein – oder was auch immer – mich daran hindern wollte, mich an die Geschichte zu erinnern. Jede Nacht schaffte es die Stimme trotzdem, mir ein Stückchen weiter zu erzählen[2]. Eine Nacht sagte die Stimmte, „Dir ist als Kind etwas furchtbares geschehen, und dein Vater ist daran schuld. Er hat etwas ganz schlimmes getan.“ Nun, was, wollte ich nicht wissen, das habe ich der Stimme gesagt, und bin aufgewacht. Ich dachte, ich wäre langsam dabei, den Verstand zu verlieren. Was mir damals passierte, sagte mir mein Vater aber genau an dem gleichen Tag, mit dem Versprechen, es meiner Mutter nie zu erzählen. Sie spricht kein Deutsch, also los.

Ich war noch nicht ein Jahr alt, als es passierte. Mein Vater war Besitzer von einer Werkstatt, wo er Autos und Motoräder reparierte. Er hatte zwei Kollegen, die in der Werkstatt auch arbeiteten. Eines Abends hatten sie Alkohol getrunken und angefangen, sich Gruselgeschichten zu erzählen. Einer sagte, er wüsste, wie man den Teufel beschwört, und fragte, ob sie es probieren wollten[3]. Natürlich, als Spaß sagten die betrunkenen Kumpel zu. Als sie nach Hause gingen, versprachen sie sich also, vor dem Einschlafen einen bestimmten Satz zu wiederholen, um den Teufel zu rufen. Mein Vater erzählte, wie er sich zum Schlafen hingelegt hatte, sich an die Geschichte seines Kumpels noch erinnerte, und ich plötzlich anfing unglaublich laut zu schreien, genau in dem Moment, als er gerade mit seiner „Beschwörung“ fertig war. Er sagte, nach einigen Stunden hätte ich immer noch nicht aufgehört zu weinen, und er sei mit meiner Mutter am frühen Morgen zum Krankenhaus gefahren. Dort bin ich untersucht worden, die Ärzte haben nicht besonderes gefunden. Ich habe zwei Tage im Krankenhaus mit meiner Mutter verbracht, ohne zu schlafen, und habe nur geschrien. Verzweifelt hat mein Vater dann eine Nachbarin besucht, die sich mit esoterischen Sachen beschäftigt, und hat ihr alles erzählt. Sie hat ihm ein bestimmtes Wasser zum Trinken gegeben und gesagt, er sollte einen ganzen Tag lang jede Stunde ein Gebet sagen. Das tat mein Vater, und er sagte, nach dem letzten Gebet wäre ich endlich ruhig geworden. Als er mit dem Erzählen fertig war, fragte mich mein Vater dann um Entschuldigung. Da ich mich an das Ganze gar nicht erinnern kann und nicht wirklich wusste, ob ich die Geschichte glauben sollte, habe ich ihm zur Beruhigung gesagt, klar, kein Problem. Ich habe gesehen, dass ihm eine große Last vom Herzen gefallen ist, aber die Geschichte kam mir zu unglaubwürdig vor. Komisch finde ich trotzdem immer noch, wie ich jede Nacht diese Träume hatte, bis mein Vater mir diese Geschichte erzählte. Danach haben diese Träume definitiv aufgehört.

Weil ich heute Nacht in der Lage sein will, einzuschlafen, habe ich eine andere nicht so gruselige Geschichte mit nächtlichen Türklingeln. Es war in meiner ersten Wohnung in Aachen. Was mir die letzten Monate dort besonders unerträglich gemacht hat, neben den ganzen Verfolgungen, fing am Anfang der Fußball-EM an, kurz bevor meine Schwester zu Besuch kam. An einem Abend gab es ein Spiel. Ich war zu Hause geblieben, Fußball interessiert mich eh nicht. Gegen zwei Uhr morgens hat jemand bei mir geklingelt. Nicht nur bei mir sondern im ganzen Haus. Ich war geärgert, nach einiger Zeit konnte ich wieder einschlafen. Ich dachte, Deutschland muss gewonnen haben, und ein Besoffener würde jetzt meinen, aus lauter Freude bei allen klingeln zu müssen. Bis ich aber drei Monate später ausgezogen bin, hat der nächtliche Türklinger bei uns nie aufgehört. Zwischen zwei und vier Uhr morgens bin ich jede Nacht wegen ihm aufgewacht. Wasser aus dem Fenster zu werfen hat ihn dabei nicht gestört, im Gegenteil, er hatte dann sofort mit erneutem Mut weiter geklingelt. Mein damaliger Freund hatte mich eines Abends nach Hause gefahren, als wir ihn gesehen haben – offensichtlich ein Südländer, den ich noch nie gesehen hatte, und der zwei große mit Kleidern gefüllte Mülltüten hielt, und bei mir im Haus klingelte. Wir haben beschlossen, dass ich die Nacht doch bei meinem Freund verbringen sollte. Nach vielen erfolglosen Nachfragen bei meinen Vermietern, die im Haus wohnten, meine Türklingel nachtsüber auszuschalten, habe ich eines Morgens gesagt, dass ich bei der Polizei eine Anzeige erstatten wollte. An dem gleichen Tag habe ich sofort einen Schalter für die Klingel bekommen. Allerdings haben sie es in meiner Wohnung in meiner Abwesenheit gemacht, und ohne mich vorher in Kenntnis gesetzt zu haben. Ich habe an dem Abend nach der Arbeit auf einmal einen neuen Knopf neben der Sprechanlage gefunden, mit einem handgeschriebenen Zettel dran geklebt. Das Klingeln bei meinen Nachbarn habe ich weiterhin wahr genommen, es hat mir nur nicht mehr den Schlaf geraubt. Ich war trotzdem froh, als ich ausgezogen bin.

[1] Dazu hatte mir die Angestellte beim Ausländeramt meine noch gültige Aufenthaltserlaubnis wörtlich aus den Händen gerissen und hysterisch angeschrien, ich soll dorthin zurückkehren, wo ich herkomme. Wie ich später bei meiner Rückkehr nach Deutschland zwecks Arbeit an der gleichen Uni erfuhr, durften Studenten gerade ab dem darauf folgenden Jahr nach einem Uni-Abschluss ein Jahr länger in Deutschland bleiben, um Arbeit suchen zu können. Dies teilte mir mit bedauernder Miene dieselbe Frau mit, die mir gegenüber so vehement ihren Ausländerhass ins Gesicht gespuckt hatte.
[2] Das ist genau die Art von Geschichten, die ich nicht mag und gruselig finde. Selbst jetzt beim Tippen bekomme ich noch Gänsehaut.
[3] Ab hier sei erwähnt, dass ich an die Geschichte nicht glauben wollte und noch heute damit Schwierigkeiten habe. Weil es meinem Vater so wichtig war, habe ich einfach weiter zugehört und mich gezwungen, den Mund nicht zu öffnen. Ich erzähle die Geschichte trotzdem, wie ich sie gehört habe.

Ich bin keine Hausfrau

Wirklich nicht. Ja gut, ich bin zurzeit arbeitslos und verbringe viel Zeit zu Hause, das macht aus mir aber noch lange keine Hausfrau. Leider. Ich könnte ein bisschen mehr Ordnung in meiner Wohnung gebrauchen.

Vielleicht sollte ich klare Regel mit mir selbst vereinbaren.

  • Immer die Kleider zum Trocknen hängen, sobald die Waschmaschine ihren Vorgang abgeschlossen hat. Du weißt ja, wie muffelig sie sonst riechen können. „Ich habe keine Zeit, ich muss doch noch diese Bewerbung / diese Email / diesen Blogeintrag (seltener) fertig schreiben.“ Die beste Idee überhaupt wäre, meine Waschmaschine und meinen Rechner kommunizieren zu lassen. Sobald die Waschmaschine fertig ist, sollte sie meinen Rechner sperren, solange ich die Kleider nicht rausgenommen habe. Das mit der Spülmaschine klappt wenigstens halbwegs. Muss ja auch, mein Waschbecken ist so klein. Zum Aufräumen muss ich mich nur innerhalb der Küche bewegen. Vielleicht ist es der Grund, warum ich ungerne die Klamotten aus der Waschmaschine raushole, immer hin und her zwischen Badezimmer und Wohnzimmer, dabei jedes Mal vorsichtig über die Katze nicht stolpern, die mich nie aus den Augen verlieren möchte und sich deswegen genau zwischen beiden Zimmern hinlegt…
  • Staubsaugen, wenigstens einmal pro Woche. Als Besitzerin einer langhaarigen Katze ist es eigentlich schon zu wenig. Nun, will ich ihr das Trauma so häufig an tun, den Staubsäuger anzuschalten (Ausrede)? Stimmt ja auch, sie versteckt sich immer, und immer an der gleichen Stelle, unter dem Sofa, sobald ich das Gerät nur berühre. Direkt danach sollte ich die Gelegenheit nutzen und den waschbaren Boden waschen. Man könnte meinen, mit einer Katze müsste ich schon alleine für den Streu staubsaugen, aber da benutze ich immer schnell den kleinen Besen, jedes Mal wenn ich ihr Klo putze, so dass ich sehr wenige Streukörner herum liegen habe.
  • Fenster häufiger putzen. Daran denke ich immer früh morgens, wenn die Sonne aus der Gartenseite in die Wohnung kommt. Hier in der Gegend also eher selten. Aber dann merke ich, wie dreckig die sind. Das letzte Mal habe ich sie vor drei Wochen geputzt, bevor meine Mami zu Besuch gekommen ist. Ich habe zwölf Fenster, sechs hinten auf Gartenseite und sechs vorne, auf Straßenseite. Für die Fenster hinten habe ich schon über drei Stunden gebraucht, ein ganzer Nachmittag. Für die Fenster vorne brauchte ich eine kleine Leiter, die ich mir dann beim Bauhaus versorgt habe. Als ich sie gekauft habe fing es an zu schneien, es war mir zu kalt, um vor offenen Fenstern mit nassen Händen zu putzen, dann kam schon meine Mami, und das Wetter blieb so schlecht, dass man von den übriggebliebenen dreckigen Fenstern nichts bemerkt hat. Als ich noch arbeitete hatte ich unsere Putzhilfe im Haus für meine Fenster eingestellt. Sie hatte für die zwölf Fenster gerade anderthalbstunde gebraucht. Und sie konnte es viel besser als ich, ich lasse danach immer Spuren an den Scheiben. Mein Traum ist es, so viel Geld zu verdienen, dass ich eine Putzhilfe Teilzeit beschäftigen könnte.
  • Aufräumen. Mich packt der Graus, wenn ich daran denke. Das größte Problem sind die Bücher. Zu viele, nicht genug Platz. Sie stapeln sich hoch, eine Couch ist schon nicht mehr zu benutzen, weil ich sie als langfristiger temporärer Lagerplatz für Bücher und Papierkramm verwendet habe. Inzwischen ist viel Staub drauf. Langsam stapeln sich Briefe auf dem Kratzbaum – nur weil er von meiner Katze nicht benutzt wird. Meine vormöblierte Wohnung ist da halb schuld. Im Schlafzimmer habe ich einen riesen Schrank, der falsch montiert wurde. Von außerhalb merkt man es ihm nicht an, aber innendrin sind die Planken falsch, ich kann keine Regalbrette hinstellen, weil die nicht waagerecht liegen könnten. Also viel Platz für nichts. Auf einer Seite konnte ich wenigstens einige Klamotten hängen. Eine andere Wand im Schlafzimmer ist mit meinem IKEA-Regal belegt, wo ich schon viele Bücher packen konnte. Ich habe sogar eine kleine „Holztreppe“ gebastelt, um mehr Bücher pro Regal zu packen. Die dritte Wand ist mit dem Bett und Nachttisch belegt, und die vierte besteht fast nur aus Fenstern. Aufräumen ist das einzige, was vor meinem Rückenproblem schon nicht klappte. Manchmal liege ich nachts im Bett und bekomme Panik-Attacken, weil mein Schlafzimmer so unordentlich ist. Aber wenn mich jetzt der Frust packt und ich anfange, alles im Hause richtig zu putzen, kriege ich wieder Ischias-Schmerze. Im Grunde muss ich entweder neue Möbel kaufen, um alles aufzuräumen, oder viele Sachen entsorgen. Ich tendiere für die zweite Lösung. Wenn ich den Mut dazu finde.
  • Den Müll häufiger runter bringen. Jede zweite Woche ist zu wenig. Ich warte immer, dass die Tüten voll sind, sonst wäre es ja Geldverschwendung. Nur, wenn ich sie in den Keller bringe, stelle ich immer fest, dass die Mülltonnen schon voll sind. Meine Tüte oben drauf, mit beiden Händen flach drücken, dabei ein wenig hüpfen, um das Gewicht auf die Tüte zu bringen, und ich kriege doch den Deckel der Tonne zu. Das verstehe ich nicht. Ich habe vor zwei Jahren die Wohnung von meinem Nachbar übernommen, um meine zu vergrößern. Wir sind im Haus also ein Haushalt weniger. Warum ist die Mülltonne dann regelmäßig voller als vorher geworden? Ich vermute, die neuen Bewohner aus der ersten Etage haben etwas damit zu tun. Mein Altpapier entsorge ich ab und zu bei meiner früheren Arbeitsstelle, wo wir zwei große Container auch für die Nachbarschaft haben, weil im Haus die Papiertonne immer voll ist. Das Müllproblem in Deutschland. Bei meinen Eltern hatten wir einfach große grünen Containers überall auf der Straße, wo man sein Müll hinbringen konnte, und die täglich geleert wurden. In unserem sehr kleinen Dorf gibt es sogar zwei Orte für die Mülltrennung – Papier-, Glas- und Plastik-Container nebeneinander, die aber nicht so regelmäßig geleert werden. Hier muss man eine Woche lang den Biomüll im Hause behalten. Kleinigkeiten, die das Leben ganz anders machen.

Also insgesamt ein erschreckendes Bild von mir. Komischerweise verhalte ich mich ganz anders, wenn ich mit jemandem zusammenwohne, dann bin ich die echte Haus-Fee. Ich kann alleine mit meinem Chaos leben, ich kann das Chaos anderer nicht leiden, deswegen räume ich alles auf. Nur, wenn ich mit einem Mann leben würde, müsste ich nicht so besessen wie jetzt nach einer neuen Arbeitsstelle suchen, da wir uns zu zweit unterstützen würden, deswegen hätte ich mehr Zeit für die Hausarbeit. Und würde auch schnell sauer werden, wenn ich die einzige bin, die zu Hause etwas macht, weil ich es im Grunde nicht gerne tue. Obwohl ich meine Mami als Vorbild habe, die täglich bei sich putzt. Ich hab’s als Kind auch mitgemacht, täglich fegen (wir hatten keinen Staubsäuger), täglich den Boden waschen… Boah, anstrengend (und furchtbar, wenn man dabei ab und zu eine Spinne entdeckt, das passiert mir zum Glück in der Stadt viel seltener). Ich habe es noch wöchentlich gemacht, bevor mein Rücken mir so viele Schmerze verursacht hat. Als ich berufstätig war und täglich Sport trieb, konnte ich problemlos regelmäßig putzen. Ich muss mich selbst treten, um es wieder zu schaffen. Bis jetzt sind nur die Bereiche Küche und Badezimmer in Ordnung.

Hummus

Mit der angegebenen Menge habe ich etwa 25 Personen versorgt.

In anderen Rezepten wird auch eine Sesam-Paste benutzt, ich habe es immer ohne gemacht.

Man kann getrocknete Kichererbsen statt welche aus der Dose nehmen. Viel Spaß beim Einweichen. Ich habe es einmal versucht, und da ich ein bisschen dickköpfig bin hat es eine Woche gedauert, bis ich eingesehen habe, dass es aus der Dose viel besser ist.

Die Zutaten

  • 5 Dosen Kichererbsen à 265 g
  • 2,5 Zitronen
  • 3 Esslöffel Olivenöl
  • 2 Esslöffel Sesamöl
  • 3 Teelöffel Salz
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 große Knoblauchzehe
  • einige Blätter Petersilie

Die Zubereitung
Zitronensaft pressen, Zwiebel klein schneiden. Alles zusammen nach und nach mit einem Mixer pürieren. Bei der Menge wird eine große Salatschüssel gebraucht. Für nur eine Dose Kichererbsen verzichte ich lieber auf die Zwiebel, da es schnell zu viel wird und nicht mehr so gut schmeckt. Beim Servieren gehackte Petersilie oben drauf streuen.

Genießen
Hummus Es passt mit Fladenbrot am besten. Es wird häufig mit einer großen Menge Olivenöl zusätzlich serviert. Ich verzichte lieber darauf, da viel Öl schon beim Pürieren benutzt wird, und selbst wenn Olivenöl als gesund gilt, ist es wie alle Lebensmittel mit Maßhalten zu genießen.

Nährwertangaben

pro 100 g fürs Rezept
Energie (kcal) 127,2 1832
Eiweiß (g) 4,2 59,8
Kohlenhydrate (g) 10,2 146,4
davon Zucker (g) 0,8 12
Fett (g) 6,1 87,5
Ballaststoffe (g) 11,3 163,4

Mein Ischias – Schmerztherapie

Teil 1Teil 2 – Teil 3

Ab zur Schmerztherapie also. Es war schon kurz vor Weihnachten als ich nach einem Termin fragte, ich bekam ihn für Ende Januar. Ich sollte im Vorfeld ein dickes Formular mit vielen Fragen füllen, über meine Schmerze, die ich auf einer Skala von 1 bis 10 mehrmals einstufen sollte, über ihre Auswirkungen auf mein Leben, ob sich mein soziales Umfeld dadurch geändert hat (ja, ich konnte von weitem nicht mehr so viel mit Freunden unternehmen und habe für die Arbeit fast nur noch vor dem Rechner zu Hause gesessen, mit der Weiterleitung meiner Büronummer zu meinem eigenen Handy), ob ich suizidale Gedanken bekommen habe (zum Glück noch nicht)… Es war sehr umfangreich und mindestens 30 Seiten lang.

Bei der Schmerztherapeutin angekommen hatte ich den Eindruck, zum ersten Mal seit dem Anfang meines Rückenproblems richtig zugehört zu werden. Das tat wirklich gut. Bei den anderen Ärzten hatte ich immer angefangen, etwas zu erzählen, die hatten aber nie wirklich Zeit, und meinten sofort, mein Problem erkannt zu haben, bevor ich zu Ende erzählt hatte. Ich hatte ja den Befund der Röntgen-Tomographie immer dabei, auf dem Stand, dass bei L4/5 sich ein „Bandscheibenprolaps von 3,5mm“ befindet, „der an die links abgehende Nervenwurzel L5 heranreicht und diese beengt“… Klarer Fall von Bandscheibenvorfall. Nur komisch für mich, dass die Ischias-Schmerze fast zwei Monaten nach dem Anfang meines Rückenproblems aufgetreten sind. Ich hatte zuerst gedacht, dass die Schmerze durch eine sich verschlimmernde Blockade verursacht wurden, meine Ärzte haben mir aber so viel von einem Bandscheibenvorfall erzählt, dass ich bei der Schmerztherapie fest überzeugt war, dass die Ursache des Schmerzes darin lag. Sonst wäre ich nicht so eifrig auf eine Operation geworden.

Umso verblüffter war ich also, als die Schmerztherapeutin sagte, laut meiner Beschreibung und Einstufung der Schmerze könnte es sich nicht um einen Bandscheibenvorfall handeln, da die Schmerze viel zu stark waren, es wäre bestimmt eine Blockade bei einem Gehgelenk. Sie hat ein paar Beweglichkeitstests mit mir gemacht, und mich zu einem Osteopathen geschickt. Wie fühlt man sich in einem solchen Moment? „Ha! Ich hatte doch recht!“ Es war bis jetzt also alles umsonst gewesen, die Cortison-Spritzen, auch die besonders schmerzhafte unter Tomographie, die Krankengymnastik mit der Anweisung, am Bandscheibenvorfall zu arbeiten… Das konnte nicht funktionieren, da der Vorfall doch als Folge der Blockade kam, und nicht als Ursache des Schmerzes. Und das nur, weil die Ärzte auf mein Bauchgefühl nicht hören wollten. Ich weiß noch, wie ich einmal ohne Schmerzmittel zum Orthopäden gegangen war, damit er mich besser untersuchen konnte, und zu Hause angekommen nur noch am Boden gleiten konnte und wegen der starken Schmerze und Verzweiflung noch gut zehn Minuten heulend liegen blieb.

Die Behandlungstermine beim Osteopathen haben meine Meinung auch bestätigt. Er fragte mich, mich nach vorne zu beugen, während er beide Daumen in den zwei Vertiefungen am unteren Teil des Rückens hielt. Dann hat er mir die Hüfte blockiert, als ich mit den Beinen abwechselnd nach vorne und hinten pendeln sollte. Nach dem zweiten oder dritten Termin habe ich schon eine deutliche Verbesserung gemerkt. Schmerzmittel musste ich noch nehmen, manchmal fragte ich mich aber, ob es wirklich notwendig war. Nach einer zweiten Überweisung zu ihm, also knapp zehn Monaten nach dem Anfang meiner Rückenproblemen, konnte ich endlich definitiv mit Diclofenac aufhören. Ab und zu habe ich die Übung vom Osteopathen gemacht, wenn ich wieder eine kleine Blockade gespürt habe (was mir schon komische Blicke von meinen Kollegen gebracht hat), ich brauche es aber immer seltener. Es war fast vor zwei Jahren.

Heute geht es mir immer noch nicht wie davor. Die Schmerze haben stark nachgelassen, aber manchmal stören sie mich schon. Die sind nur in einem Maße, in dem ich keine Schmerzmittel brauche und treten nur auf, wenn ich zu lange stehe oder unterwegs bin. Bei Vorstellungsgesprächen habe ich schon mal Diclofenac genommen, aber nur, damit ich keine unbewusste Haltung nehme, die vermitteln könnte, dass ich nicht so gut arbeiten könnte. Wenn ich bei Spaziergängen für einige Minuten sitzen kann, kann ich dann gut weiter gehen. Nach schlechten Nächten, wenn ich nicht genug geschlafen habe, spüre ich die Schmerze stärker, oder wenn ich mit dem Wecker wach werde. Es geht aber sehr langsam besser. Wie eine Feder, die nach starker Beanspruchung langsam zu ihrem Gleichgewicht zurückkommt, so fühlt sich die Verbesserung in meinem Rücken an. Immerhin bin ich gut 8-9 Monaten blockiert geblieben. Seit einigen Monaten kann ich sogar ein bisschen zum Fitness-Studio zurück gehen, um auf den Geräten Kardiotraining zu machen. Nur ganz vorsichtig, übertreiben will ich nicht. Primär geht es mir darum, mich wieder fit zu fühlen, auch wenn ich nichts dagegen hätte, die in dieser langen Zeit ohne Sport zugelegten Kilos wieder los zu werden.

Damit bin ich dem Wunsch meiner Freundin Mei nachgegangen, die meinte, ich sollte doch die ganze Geschichte mal aufschreiben.

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