Die Kraft der Seele

Ich bin manchmal verblüfft, was man beim bloßen Denken erreichen kann. Hier folgen einige Beispiele, die ich meistens selber ausprobiert habe.

Der Wecker-Ersatz
Irgendwo auf einem Internet-Forum gelesen: Man liegt abends im Bett und entspannt sich, um einzuschlafen. Als der Moment kommt, wo man noch halbwegs bewusst bleibt, irre Bilder aber vor den Augen erscheinen, klopft man sich selber an die Schulter und ruft leise: „[Euer Vorname], wach auf!“ Dann entspannt man sich wieder und schläft ein. Ich habe an einem Wochenende versucht, mich zum Erwachen zu programmieren. Samstag abends ins Bett, dann beim Einschlafen habe ich mich an die Schulter berührt und gesagt, „Shaarazad[1], wach auf, es ist 06:00“. Ich hatte damals noch keine Katze und konnte sonntags vormittags üblicherweise sehr gut lange schlafen. Und zu meiner starken Überraschung, bin ich mitten in der Nacht aufgewacht, mit den Worten von vor dem Einschlafen in den Ohren. Gleich das Licht angemacht und den Wecker geschaut: Genau 06:00. Ich war so erstaunt, dass ich nicht mehr schlafen konnte und aufgestanden bin.

[1] Nicht mein echter Name, aber das hattet ihr schon vermutet.

Luzide Träume
Ziel des Ganzes ist es, die Kontrolle über seine eigene Träume zu erlangen. Dafür sollte man beim Träumen erkennen, dass man schläft. Es kann schon lange dauern. Zuerst habe ich ein Traumtagesbuch geführt, wo ich jeden Morgen beim Aufwachen alles geschrieben habe, was ich geträumt habe. Als ich es geschafft habe, mich täglich an meinen Träumen zu erinnern, habe ich mit den Realitätstests angefangen. Was ist das? Tagsüber gewöhnt man sich daran, irgend eine Tätigkeit zu machen, die beim Träumen nicht ganz glatt läuft. Zum Beispiel sind die Gegenstände im Traum nur ungenau dargestellt, es reicht zum schnellen hingucken, aber bei einer genauen Betrachtung fällt die Illusion auf. Ich hatte es mir zur Gewohnheit gemacht, mehrmals am Tag meine Hände zu beobachten. Eine Nacht war ich so weit, dass ich im Traum meine Hände auch beobachtet habe. Sie sahen sehr komisch aus, die Größe irgendwie anders, die Anzahl der Finger konnte ich nicht richtig prüfen und die Textur der Haut war viel zu glatt. Ich habe dann erkannt, dass ich am Schlafen war. Leider war diese Erfahrung für mich erschreckend, und ich bin davon aufgewacht. Die Übung habe ich nicht mehr gemacht, eigentlich schade.

Besoffen geredet
Das war vielleicht eine der bizarrsten nicht erwarteten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Ich war eines Abends bei einem Freund eingeladen. Es waren mehrere Leute da, einige kannte ich, andere nicht. Ich habe mir ein Bier besorgt und habe den ganzen Abend gebraucht, um es leer zu trinken. Eine andere Frau war da, mit der ich mich unterhalten habe. Sie hatte deutlich viel mehr Alkohol getrunken und die ganze Zeit wiederholte sie, „Oh Mann, ich bin so betrunken!“ Ich bin gegen 23:00 nach Hause gegangen und habe mich sofort ins Bett gelegt. Am nächsten Morgen habe ich mich schwindelig gefühlt, mit dem komischen Kater-Geschmack im Mund, und dachte, „Mensch, was habe ich gestern Abend alles getrunken.“ Ich musste aber aufstehen, weil ich zur Arbeit musste. Im Badezimmer fiel mir plötzlich ein, dass ich nur ein Bier getrunken hatte, was ich sonst ohne Problem vertrage. Auf ein Mal verschwand der „Kater“ und mir wurde klar, dass die Frau am Abend mich beim ständigen Beschweren einfach besoffen geredet hatte.

Hypnose als Narkose-Ersatz
Angeblich sollte man bei einer Operation keine Betäubungsmittel brauchen, weil man unter Hypnose keine Schmerze spüren sollte. Da bin ich aber viel zu feige und werde es nie versuchen. Zuerst hoffe ich sehr, dass ich nie operiert werden muss. Und wenn, dann will ich eine volle Narkose. Ich will gar nicht mitbekommen, was alles um mich herum passiert. Bei meiner Weisheitszahnentfernung war es schlimm genug. Am Ende des Eingriffes hatte die Helferin dem Chirurg zu meinen Händen genickt, wo meine verkrampften Finger deutliche Spuren von den Nageln hinter gelassen hatten. Und das, obwohl ich mit lokaler Betäubung nichts gespürt hatte.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

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Hundertste Bewerbung heute geschickt

Daher werde ich meine Unterlagen durchsuchen und einige Antworte euch mitteilen.

1. Empfangsbestätigungen

Die knappste und unpersönlichste Empfangsbestätigung

Sehr geehrte Bewerberin, sehr geehrter Bewerber,
vielen Dank für Ihre Bewerbung. Die Bearbeitung wird einige Zeit dauern. Wir werden uns sobald wie möglich mit Ihnen in Verbindung setzen.
Mit freundlichen Grüßen

Um solche Fehler zu vermeiden?

Sehr geehrte Frau Schüler,
vielen Dank für Ihre Bewerbung […]

(Wer ist Frau Schüler? Ich jedenfalls nicht…)

2. Trost-Versuche bei Absagen

Ihre Bewerbung hat uns initial gut gefallen.

Wir sind davon überzeugt, dass Sie sehr bald eine Stelle finden werden, in der Sie Ihre Fähigkeiten voll entfalten können.

Lassen Sie sich durch unsere heutige Absage bitte nicht entmutigen.

Und zum Schluss der Klassiker:

Bitte verstehen Sie die Absage nicht als persönliches Werturteil, denn die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen.

3. Ehrlichere Absagen?

Aufgrund unseren Stellenausschreibungen in verschiedenen Jobbörsen haben wir eine Flut von Bewerbern erhalten.
Daher konnten wir uns sehr schnell für eine promovierte XXXXX, die schon am XX.XX.XXXX bei uns starten wird, entscheiden.

Je mehr Bewerbungen, desto schneller die Auswahl? Die Bewerbungsfrist war übrigens nicht mal abgelaufen…

Leider muss ich Ihnen hiermit eine Absage erteilen, weil unser Unternehmensmodel für promovierte Absolventen derzeit kein finanziell interessantes Einstiegszenario bieten kann. Dies ist faktisch der Preis für ein Einstiegsmodell, dass für uns an anderer Stelle eine entsprechende Vorteilhaftigkeit zeigt: Wir haben ein sehr standardisiertes Einstiegmodell für Hochschulabsolventen, das eng verzahnt ist mit unserem gesamthaften Karriere- und Mitunternehmermodell. Darin wird sozusagen bei einem Einstiegsgehalt mit Master nach Probezeit von knapp über 40t€ p.a. eine Promotion, anders als bei anderen Unternehmen, nicht zusätzlich und per se honoriert.

Die 40t€ p.a. wären immer noch besser, als das drohende Hartz IV… Außerdem ist es gerade das, was man an der Uni als Dozent verdient, ich hätte den Unterschied kaum gemerkt…

4. Bei Einladungen zum Vorstellungsgespräch kann das auch vorkommen:

Die dabei anfallenden Fahrtkosten können von uns leider nicht übernommen werden.

Gut, dass das Gespräch ausnahmsweise in meiner Stadt stattgefunden hat!


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.