Im Zug nach Berlin

Über den Anlass werde ich ein anderes Mal schreiben.

Der Ehemann hat uns gestern Abend Fahrkarten reserviert. Erste Klasse, wie immer. Einen Abteil hat er sich ausgesucht. Nicht alle Sitzplätze waren bei der Buchung reservierbar, aber das liegt vermutlich an Corona-Maßnahmen. Die Auslastung vom Zug wurde als sehr gering angezeigt. Höchstwahrscheinlich sind wir alleine im Abteil.

Wir haben heute Glück und die S8 ist pünktlich. Sicherheitshalber sind wir eine S-Bahn früher als nötig abgefahren, zwanzig Minuten früher also, und selbst das ist im Münchner Raum kein Garant dafür, dass man pünktlich für eine Anschlussverbindung ankommt. Heute klappt’s. Wir kommen vierzig Minuten vor Abfahrt vom ICE am Hauptbahnhof an.

Wir warten stehend am Gleis 23. Heute ist die erste Klasse im Abschnitt A. Für mich außergewöhnlich, da ich sonst bisher immer den ganzen Bahnsteig laufen musste, um in die erste Klasse zu kommen. Der Ehemann meint, eigentlich sollte es immer so sein, dass man in erster Klasse nicht viel zu laufen hat. Das macht Sinn, entspricht aber nicht meiner Erfahrung.

Das Glück hält nicht an. Gegen zwanzig vor zwei fährt der Zug ein. Wir haben unsere Sitzplätze im Wagen 12. Der Wagen ist leider nicht vorhanden. Es sind nur die Wagen 14, 11 und 9 da. Wir lassen uns in einen leeren Abteil nieder. Einige Leute laufen genau so verwirrt wie wir den Gang hin und zurück. Ihr Wagen ist auch nicht da.

Darauf angesprochen, meint der Schäfner nach der Abfahrt, die Deutsche Bahn würde ihre Züge momentan abspecken, bei der geringen Auslastung. Schön wär’s, wenn vorher geprüft worden wäre, ob Reservierungen für die betroffenen Wagen vorliegen, und wenn das Fehlen von Wagen wenigstens angekündigt worden wäre. Nichts davon ist eingetroffen. Kein Hinweis am Gleis, kein Hinweis in den Durchsagen, und bei jedem Halt verwirrte Reisenden.

Und jetzt erinnere ich mich, gelesen zu haben, dass die Bahn zusätzliche Züge für die Weihnachtszeit einsetzen will. Ich hatte mich gefragt, woher denkt die Deutsche Bahn diese Züge zu holen? Das ist vermutlich die Antwort. Aus einem Zug macht man zwei, wenn man die Anzahl der Wagen halbiert. Dass dabei keine zusätzliche Kapazität entsteht, scheint schon für die Deutsche Bahn gehobene Mathematik zu sein. Oder ist der Plan, vor dem 18. Dezember auf dieser Art die Kapazität zu reduzieren, damit es danach aussieht, als ob man mehr Plätze hätte?

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Lauch-Quiche

Vor dem Backen. Der Lauch ist gut versteckt.

Ich hatte am Wochenende Lust, eine Quiche zu backen. Nur was für eine? Der Ehemann hat Lauch vorgeschlagen.

Die Quiche habe ich gestern Abend gemacht. Es gab nicht viel zu tun, da ich den Teig am Vortag schon gemacht hatte. Und da die Lauchstangen zu viel Platz in den Kühlschrank genommen hätten, habe ich sie auch nach dem Marktbesuch am Samstag geputzt und geschnitten.

Ich habe zu viel Lauch gekauft, und ich freue mich schon, dieses Rezept nachzukochen.

Die Zutaten (für 6 Portionen)

  • Für den Teig
    • 160 g Dinkelmehl
    • 1 Ei
    • 100 g Butter, plus etwa 20 g zum Einfetten der Backform (bei Zimmertemperatur)
    • Eine Prise Salz
    • 1 Espressolöffel Ingwerpulver
  • Für den Belag
    • 3 Lauchstangen
    • 250 mL Sahne
    • 2 Eier
    • 50 g Parmesan
    • Pfeffer aus der Mühle

Die Zubereitung

Nach dem Backen.
  • Die Zutaten für den Teig zusammen zu einer Kugel verarbeiten.
  • Den Teig in Frischhaltefolie gewickelt mindestens eine Stunde in den Kühlschrank kalt stellen.
  • Die Lauchstangen putzen und in Ringe schneiden.
  • Den Backofen bei 180°C Umluft vorheizen.
  • Den Teig aus dem Kühlschrank holen. Die Frischhaltefolie auf der Arbeitsfläche entfalten aber so unter dem Teig lassen, dass die Teigkugel im Zentrum der Folie liegt. Mit einem Nudelholz den Teig rund und flach ausrollen, so dass er etwa so groß wie der Boden einer runden Backform wird.
  • Die Backform mit Butter einfetten.
  • Den Teig in der Frischhaltefolie heben, oberhalb der Backform kopfüber drehen, so dass die Folie oben liegt, und den Teig in die Backform sanft fallen lassen. Die Frischhaltefolie entsorgen. Den Teig in der Backform mit den Händen nachdrücken, damit ein Rand entsteht, und mit einer Gabel stechen.
  • Die Lauchringe auf dem Teig verteilen.
  • Pfeffer drüber streuen.
  • Die Eier in einer Schale schlagen und mit der Sahne mischen.
  • Die Eier-Sahne-Mischung auf dem Lauch gießen.
  • Mit dem frisch geriebenen Parmesan bedecken.
  • Bei 180°C Dreiviertelstunden lang backen lassen.

Nährwertangaben

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 467 2800
Eiweiß (g) 12,2 73,4
Kohlenhydrate (g) 24 143,8
davon Zucker (g) 4,7 28
Fett (g) 35,5 213,2
Ballaststoffe (g) 2,8 16,5


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Die Isar-Wanderung – Tag 7

Wir hatten am Wochenende tolles Wetter. Perfekt, um unsere Isar-Wanderung fortzusetzen.

Das letzte Mal waren wir von Wolfratshausen nach Icking gelaufen. Ich habe uns also zwei alternativen Strecken auf Komoot[1] von Icking nach Hohenschäftlarn vorbereitet, mit dem Kloster zum Besuchen zwischendurch (3). Strecke #1 läuft gemütlich am Isarwerkkanal entlang, mit möglichem Halt an einem Fischrestaurant, vorausgesetzt, sie haben nicht wegen Corona zu. Strecke #2 läuft weiter weg von der Isar an einem Bach entlang, mit einem Teil, der auf Komoot als „Dschungel“ bezeichnet wird.

Die Idee war, mit der S-Bahn nach Icking zu fahren, und nach der Wanderung von Hohenschäftlarn[2] aus zurück mit der S-Bahn nach Hause zu fahren. Jeweils eine Stunde Fahrt, mit einmal umsteigen.

Wir tranken noch am Sonntag früh Kaffee auf der Couch, als ich auf Google Maps[1] geschaut habe, wie lange man mit dem Auto nach Icking bräuchte. Keine halbe Stunde. Der Ehemann hat vorgeschlagen, mit dem Auto zum Kloster zu fahren, von dort aus an der Isar entlang zum Bahnhof hoch zu laufen, dann mit der S-Bahn nach Icking zu fahren, und den eigentlich als ersten Teil geplanten Teil der Wanderung von Icking zum Kloster Schäftlarn zu machen. So sparen wir uns eine ganze Stunde Fahrt, ohne Berücksichtigung der Unzuverlässigkeit der S-Bahn München, und der Tag ist entspannter.

Gesagt, gemacht. Wir parken vor dem Kloster und laufen rechts davon die Straße runter. Weiter weg lehrt uns ein Schild an der Straße, dass wir uns auf dem Jakobsweg befinden. Davon gibt es viele. Alle Wege führen nach Rom, oder so. Vor dem Schild biegen wir links am Rande von einem Feld ab. Dann einmal runter durch die Wiese, zu dem Weg mit viel Laub und heimtückischen Steinen darunter, wo man sich trotz Wanderschuhen schnell den Knöchel verdreht hat. Zum Glück ohne anhaltenden Schmerz. Das wäre am Anfang der Wanderung doof gewesen. Wir kommen am Ufer der Isar. An einer Stelle auf dem Weg wird es plötzlich deutlich kälter, auf der Vegetation liegt noch Reif, obwohl es schon halb elf ist.

Wir müssen danach von der Isar links weg gehen, um zum Bahnhof Hohenschäftlarn zu gelangen. Der Weg führt uns über die Brücke und die Treppe hoch zur lauten Straße, und wir erreichen den eingleisigen Bahnhof, wo uns ein älterer Herr mit leeren Bierflaschen in der Hand anspricht, als wir auf den Zug warten. „Weißt du, warum Elefanten rote Augen haben?“ fragt er den Ehemann mit Bayerischem Akzent. Der Ehemann weiß er nicht. „Um sich in Kirschbäumen zu tarnen“, erklärt er. Der Ehemann nickt. „Hast du schon einen Elefanten in einem Kirschbaum gesehen?“ fragt der Herr den Ehemann. „Nein“, antwortet er. „Na, siehst du!“, sagt der Herr, bevor er sich von uns verabschiedet.

Wir fahren mit der S-Bahn nach Icking und laufen die Straße runter, die wir beim letzten Mal zum Schluß hoch gelaufen waren. Wir treffen auf deutlich weniger freundliche ältere Damen, die es für nicht mal notwendig halten, eine Begrüßung zu erwidern. In den ersten Etappen der Isar-Wanderung hatten wir uns daran gewöhnt, freundliche Menschen zu treffen. Icking ist anders. Egal. Wir laufen runter zur Ickinger Wehr, und nehmen dann weder meine vorgeschlagene Route #1 noch #2, sondern laufen auf der Insel, zwischen Isar und Isarwerkkanal. Wir halten auf einer Anhöhe und machen Mittagspause mit Blick auf dem Ickinger Weiher. Zum Menü, hart gekochte Eier, Kaminwurz, Parmesan und selbst gebackenes Bier-Körner-Brot. Ich habe meine Brotdose mit den Mumins aus Helsinki mitgebracht.

Nach der Rast folgen wir dem Weg weiter durch die Insel. Wir kommen an eine abgelegene Kiesbank am Ufer der Isar. Einige Gruppen von Leuten sind da mit Abstand gesammelt und genießen das schöne Wetter. Es ist so schön sonnig und warm, dass ich eine Weile den Pulli ausziehe und in T-Shirt rum laufe. Nicht lange. Auf dem Weg im Schatten wird es wieder kühl.

Am Ende der Insel folgen wir erstmal den Weg zwischen Bäumen und Damm. Nach der Brücke zur Aumühle müssen wir hoch zum Damm, da unser Weg sonst irgendwann nicht weiter geht. Wir laufen direkt am Kanal entlang. Es sind um die Uhrzeit viel mehr Menschen unterwegs, und waren sie am Anfang bloss unhöflich, sind sie jetzt regelrecht aggressiv. Besonders die Fahrradfahrer, die gerne rücksichtslos zu zweit nebeneinander auf fast der ganzen Breite von Weg fahren und uns teilweise noch absichtlich anfahren. Ob es die lokalen Bewohner sind, oder die Münchner, die ihren Stress hier entladen wollen? Dürfen die überhaupt auf diesem Weg radeln? Und wird die Atmosphäre immer schlechter an der Isar entlang, je näher man an die Landeshauptstadt ankommt? Mehr in nächsten Abschnitt dieser Wanderung.

Ich bin jedenfalls froh, als wir über die Dürnsteiner-Brücke kommen und den ganzen Pack hinter uns lassen. Anstatt der Klosterstraße zu folgen, biegen wir rechts und laufen an der Isar entlang. Hier sieht man viele Biber-Spuren. Wir finden wieder den Weg zwischen den Feldern vom Vormittag, und kommen zurück zum Kloster. Es ist kurz nach zwei Uhr Nachmittags, die Sonne sinkt schon hinter einem Berg, es wird kälter und wir sind, nach den zehn Kilometern oder so, recht müde. Wir beschließen, direkt nach Hause zu fahren, ohne das Kloster zu besuchen. Ich weiß nicht mal, ob es überhaupt möglich war. Ein anderes Mal.

Weil es Herbst ist, einige Pilze, die mir unterwegs aufgefallen sind:

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

[2] Bei Schäftlarn muss ich immer an diese blöde Airbnb[1]-Geschichte denken, und das war überhaupt das einzige Mal, dass ich dieses Portal benutzt habe. Dafür kann ich jetzt meinen Konto auf Airbnb scheinbar nicht löschen lassen, obwohl ich die Betreiber schon mehrmals darum gebeten habe.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Gratin Dauphinois

Ich habe am Wochenende in der Arte Mediathek[1] die Doku übers Dauphiné[2] geschaut. Es ging viel um die Walnuss, aber der gratin dauphinois (Auflauf aus dem Dauphiné) wurde auch erwähnt. Dabei musste ich feststellen, diesen Gericht kannte ich nicht so gut, wie ich dachte. Dass kein Käse drin gehört, zum Beispiel, hätte ich nicht gewusst. Ei hat im Rezept auch nichts zu suchen. Meine Mami hatte es in meiner Kindheit schon mal gemacht, aber ob sie sich wirklich an das Originalrezept gehalten hatte? Ich frage sie beim nächsten Anruf nach. Jedenfalls stand fest: Nachmachen musste ich es!

Achtung, es ist fett. Sehr fett. Manche Leute ersetzen einen Teil der Sahne durch Milch. Ich hätte die Befürchtung, dass die Konsistenz vom Auflauf zu flüssig wird.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

[2] Nur bis zum 14.12.2020 verfügbar.

Die Zutaten (für sechs Portionen)

  • 1,5 kg Kartoffeln (wichtig: festkochend)
  • 1/2 Liter Schlagrahm (32% Fett)
  • 30 g Butter (bei mir: Salzbutter)
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz
  • Muskatnuss, gerieben
  • Pfeffer

Die Zubereitung

  • Die Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Ich habe mit einem scharfen Messer Scheiben von etwa drei Millimetern geschnitten. Die Mandoline dafür einzusetzen ist meiner Meinung nach nicht nötig.
  • Die Knoblauchzehe schälen und halbieren.
  • Den Backofen bei 170 °C vorheizen.
  • Eine Auflaufform mit den Hälften der Knoblauchzehe gut einreiben. Die Knoblauchhälften dann entsorgen. Oder für einen Hummus behalten. Ich habe es falsch herum gemacht, den Hummus gestern, den gratin dauphinois heute.
  • Die Auflaufform mit ein bisschen Butter einfetten.
  • Die Kartoffelscheiben in die Auflaufform stapeln. Die dadurch entstehenden Schichten zwischendurch einsalzen.
  • Wenn alle Kartoffelscheiben verteilt sind, mit der geriebenen Muskatnuss würzen.
  • Die Sahne auf den Kartoffeln gießen. Bei mir hat es fast aber nicht ganz bis zur oberen Schicht gereicht.
  • Mit Pfeffer obendrauf würzen.
  • Den Rest Butter an der Oberfläche vom Auflauf verteilen. Es soll helfen, um die schöne goldene Farbe zu bekommen. Vielleicht geht’s auch ohne, und das Einfetten der Form dürtfe mit der Sahne nicht zwingend notwendig sein. Es wären 215 kcal und 25 g Fett gespart (Butter ist nicht 100% Fett).
  • Dreiviertelstunde auf mittlerer Schiene bei 170 °C Umluft backen, dann nochmal Dreiviertelstunde mit Grillfunktion zusätzlich.
  • Hmmm!

Dazu gab’s einen grünen Salat mit einer einfacher Vinaigrette.

Nährwertangaben (ohne Salat)

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 472,7 2836
Eiweiß (g) 7 41,7
Kohlenhydrate (g) 39,3 235,7
davon Zucker (g) 4,5 27,2
Fett (g) 31 186,4
Ballaststoffe (g) 5,3 31,5


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Kürbiscremesuppe mit Salbei

Gestern gab es ganz früh in meinem Feed zwei lecker aussehende Rezepte mit Salbei, hier und hier.

Die neue Salbei auf dem Balkon.

Dass ich gestern Abend eine Suppe mit Salbei gekocht habe, war aber fast zufällig, da ich vor der Arbeit Tee auf dem Balkon getrunken habe, und nach den Pflanzen geguckt habe. Eine neue Salbei haben wir vor Kurzem gepflanzt, und sie hatte gestern viele vertrocknete Blätter, die ich gesammelt habe, bevor sie im Viertel geweht werden. Zuerst dachte ich, ich mache mir einen Salbeitee, aber nach den tollen Rezepten habe ich mich für die Suppe entschieden. Wir hatten noch geschnibbelten Kürbis im Kühlschrank.

Die Suppe reicht als Beilage für vier Portionen, wir haben sie gestern Abend zu zweit verputzt. Sie war köstlich, und ich hatte den ganzen Tag kaum gegessen, weil ich wieder so sehr in meiner Arbeit vertieft war. Dazu gab’s Kabeljau vom Pasinger Markt, der uns leider beim Braten in der Pfanne auseinander gefallen ist. Geschmeckt hat er trotzdem. Beim nächsten Mal sollten wir es paniert versuchen.

Die Zutaten (für vier Portionen)

  • 30 g Butter (so geschätzt, ich habe die Butter aus der Dose mit einem Holzlöffel geholt)
  • 1 Esslöffel Kürbiskernöl
  • 1/2 Zwiebel
  • 1/3 Kürbis (blauer Ungar)
  • 2 mittelgroße Kartoffeln
  • 10 trockene Blätter Salbei
  • 300 mL Gemüsefond
  • Wasser
  • 1/2 Becher Sahne zum Kochen (125 g)
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • Kürbiskerne

Die Zubereitung

  • Falls noch nicht gemacht, zuerst den Kürbis schälen und in Stücke schneiden.
  • In einem Topf, die Butter mit dem Kürbiskernöl erhitzen.
  • Die Zwiebel grob schneiden und in dem Topf glasig dünsten.
  • In der Zeit, die Kartoffeln schälen und grob schneiden.
  • Die Kartoffeln mit den Kürbisstücken in den Topf werfen.
  • Die Salbeiblätter dazu geben, kurz anbraten, dann mit dem Gemüsefond ablöschen. Mit Wasser abfüllen, bis alle Stücke gerade bedeckt sind.
  • Aufkochen, dann bei geringer Hitze mit Deckel gut zwanzig Minuten garen lassen.
  • Die Salbeiblätter mit dem Holzlöffel entfernen, außer zwei, und die Sahne in die Suppe gießen.
  • Die Suppe mit einem Pürierstab prozessieren.
  • Mit Salz abschmecken und die Suppe warm stellen.
  • Die Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie anfangen zu springen.
  • Die Suppe in kleine Schüsseln servieren, leicht pfeffern und mit den gerösteten Kürbiskernen dekorieren.

Nährwertangaben (nur für die Suppe)

pro Portion fürs Rezept
Energie (kcal) 194 776
Eiweiß (g) 4,3 17
Kohlenhydrate (g) 14,9 59,7
davon Zucker (g) 6,6 26,5
Fett (g) 13,8 55,2
Ballaststoffe (g) 5 19,8


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Gefangen und vergessen

Eine Fliege, an einem Grashalm fest gebunden, ausgesaugt, vertrocknet. Sie hängt schon seit Wochen da.

Sicherlich das Werk der kleinen Spinne, die es sich später in dem Thymian heimisch gemacht hat, nachdem die Läuse endlich weg waren. Ich habe seitdem nichts mehr vom Thymian geerntet.

Der Grashalm gehört zum Katzengras der Mieze. Wir haben es nach ihrem Tod in den Blumenkasten eingepflanzt, und beim Umzug mitgenommen. Das Gras gedeiht schön, neben dem Thymian.

Die Fliege ist auf dem Bild schwer zu erkennen. Meine Kamera hat es nicht geschafft, sie fokussiert automatisch und hat die Fliege immer nur unscharf gemacht, egal, wie ich mich angestellt habe. Bei der Kamera vom Ehemann kann man manuell fokussieren. Trotzdem erkennt man die Fliege nicht so gut wie mit den blossen Augen.

Im Hintergrund, völlig unscharf, eine Dachziegel, unter dem Balkon.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Nackiger Urlaub

Ich war mit zwei Kollegen irgendwo im Süden unterwegs. Es sah ein bisschen wie eine Wüstenlandschaft aus. Der Himmel war grau. Wir waren gerade an großen roten Felsen angekommen, um geologische Forschungsarbeiten zu machen. Ich glaube, mein ehemaliger Institutsleiter war dabei. Wir kamen von einer Art Tunnel zur Felsenwand raus und mussten eine in den Felsen gebaute Treppe herunter laufen. Ein anderer Mann begleitete uns und sagte, die Felsen würden als Wasserspeicher für das Dorf nebenan dienen. In letzter Zeit hätte es aber viel mehr als üblich geregnet und die Felsenwand hätte einen Bruch gekommen. Das Wasser war als Fluss durchgelaufen und wurde in Becken von den Dorfbewohnern gesammelt. In den Becken konnte man jetzt schwimmen. Meine zwei Kollegen ließen es sich nicht zweimal sagen und liefen hin. Klamotten runter und ins Wasser. Ich folgte zögerlich, denn ich hatte keine Badesachen dabei. Aber da meine Kollegen nackt im Wasser waren, dachte ich, es wäre nicht schlimm, wenn ich auch nackt schwimmen würde. Das Wasser war erstaunlich warm.

Ich saß mit dem Ehemann auf Stühlen am Rand einer belebten Straße. Der Viertel sah orientalisch aus, mit Häusern aus Lehm. Auf der Straße war Markt. Herum liefen viele muslimisch aussehende Frauen mit Kopftüchern, einige hingegen trugen ein Sari und diesen buntem Punkt auf der Stirn zwischen den Augenbrauen. Ich war nackt auf meinem Stuhl, da ich gerade geschwommen war. Ich fragte mich ein bisschen besorgt, ob ich mich nicht wieder anziehen sollte. Vielleicht würden Polizisten mich kontrollieren wollen, und mein Pass hatte ich nicht dabei. Mein Portemonnaie und mein Handy auch nicht. Als eine Gruppe junger Mädchen die Straße zu uns hoch lief, bat ich den Ehemann rechts von mir, mir meine Kleider auf seiner rechten Seite zu geben. Ich warf mein Kleid wie eine Decke auf meinen Körper, und er gab mir meine schwarze Unterhose, die ich dann versuchte, unbemerkt anzuziehen. Nacktheit konnte hier aber doch nicht so schlimm sein, da weiter unten rechts in der Straße eine Frau mit großzügigem Busen ein knappes Bikini trug.

Ich bin zu einem Haus gegangen, um die Toilette zu benutzen. Ich saß auf der Toilette und bereitete mich vor, meine Blase zu leeren.

Ich wache noch rechtzeitig an, kurz vor halb sieben. Der Ehemann, nachdem ich ihm den Traum erzählt habe: „Klingt gut, du musst nur heraus finden, wo du warst, dann fahren wir hin“.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Wasserstandmeldung

Ich bin erschöpft. Kaum zu glauben, dass der letzte Urlaub keine zwei Monate her liegt. Heute mittags habe ich mich im Spiegel angeschaut und einen Schreck bekommen. Solche dunkle Ringe unter den Augen sind mir neu.

Auf Arbeit gibt es immer mehr zu tun. Nicht ganz unerwartet, in meiner Branche, in Pandemie-Zeiten. Meinem Arbeitgeber geht’s richtig gut. Ich bin trotz Home Office platt. Seit dem Anfang des Jahres hat sich meine Überstunden-Situation nicht gebessert, und so lange wir keine Zeiterfassung haben, kriege ich nichts davon:

KW 39 40 41 42 43 44 45
Arbeitszeit 44:07:37 42:34:13 43:40:48 41:19:45 34:37:01 49:31:49 48:33:29
Überstunden 4:07:37 2:34:13 3:40:48 1:19:45 2:37:01 9:31:49 8:33:29

Kein Wunder, dass ich hier in letzter Zeit so wenig schreibe.

Dabei war ich in der 43ten Woche ein Tag krank. An dem Mittwochabend lag ich alleine im Wohnzimmer auf der Couch und las auf dem Handy, während der Ehemann oben im Arbeitszimmer war. Ich habe kurz den Kopf minimal zur Seite geneigt und auf einmal hat sich der ganze Raum gedreht. Ich dachte zuerst, es hört gleich auf, aber nein, im Gegenteil drehte sich der ganze Raum schneller und schneller. Ich könnte meine Umgebung gut scharf sehen, nur ruhig blieb sie nicht. Mit geschlossenen Augen ging es mir noch gut. Kein Schwindelgefühl, keine Übelkeit oder sonst was. Mit geöffneten Augen hatte ich den Eindruck, ich würde gleich von der Couch fallen. Panik. Ehemann gerufen, mehrmals, ich glaube, er hört langsam nicht mehr so gut. Das Handy konnte ich nicht benutzen, um ihn anzurufen, da ich nichts mehr fokussiert schauen konnte. Als er endlich die Treppe runter kam, hörte es auf, und ein Rauschen wurde plötzlich laut in meinem linken Ohr. Das Ohr vom Hörsturz, das sich inzwischen völlig erholt hatte, Corona und Home Office sei dank. Das Rauschen ging nach dem Schwindel schnell zu Ende. Übrig blieb die Angst, was denn gerade los war.

Am nächsten Tag bin ich nach einer schlechten Nacht gleich bei der Eröffnung zu meiner Arztpraxis gerannt. Genauer gesagt, der Ehemann hat mich hin gefahren, da ich Angst hatte, die Strecke alleine zu laufen. Man sollte eigentlich nicht mehr einfach so auftauchen, wegen Corona, mahnte mich die Sekretärin in der noch leeren Praxis, aber bleiben durfte ich doch. Nach der Untersuchung bin ich zum hiesigen HNO-Arzt überwiesen worden, worüber ich mich gefreut habe, da ich mit der Notlösung in der Nachbarstadt nicht richtig zufrieden war. Am Nachmittag wurde ich gleich untersucht. Mir wurde warme und kalte Luft in die Ohren geblasen, und anschließend die Augenbewegung gemessen. Beim ersten Versuch rechts habe ich mich ganz schwindelig gefühlt, bei den Anderen habe ich gar nichts gespürt. Ich dachte schon, ich hätte ein größeres Problem. Das Ergebnis: Nichts. Der Arzt konnte keine Ursache für den Schwindel feststellen. Seine Vermutung: Kleine Kristalle hätten sich gelöst und auf die Härchen im Innenohr gerieselt. Es scheint häufig zu passieren[1]. Dass ich beim ersten Versuch so stark reagiert habe, wäre ein Zeichen für Hypersensibilität, aber eigentlich hätte ich bei allen Messungen eine Reaktion gezeigt. Ich habe nichts davon gemerkt.

Am letzten Wochenende sind wir gewandert. Der Schwindel war schon Geschichte, aber an dem Tag ging es mir nicht gut. Unsere neuen Nachbarn in der kleinen Wohnung neben uns, die ich seit ihrem Einzug in März noch nie gesehen und kaum gehört habe, meinten wohl, am Freitagabend die Wohnung gründlich zu säubern. Bis zwei Uhr morgens haben sie völlig rücksichtslos Möbel verrückt und staubgesaugt. Der Ehemann schlief seelenruhig neben mir, als ich beschlossen habe, im Gästezimmer oben zu schlafen. Kurz danach haben die Nachbarn ihre Wohnung verlassen, und als ich die Jalousie am Fenster oben herunter gezogen habe, habe ich sie ins Auto einsteigen und verschwinden gesehen. Danke. Nicht. Ich habe in der Nacht kaum schlafen können, und das Wandern am nächsten Tag war hart, obwohl die Strecke diesmal richtig schön war. Ob die Nachbarn wieder ausziehen? Seitdem wir hier wohnen, sind sie schon der dritte Haushalt drin. Nein. Am nächsten Abend war Party. So kurz vor dem neuen Lockdown. Na toll, habe ich gedacht, es fehlt nur noch, dass die sich anstecken, und der Ehemann in Quarantäne muss, weil die Corona-Warn-App meint, wir wären mit den Nachbarn zusammen gewesen. Unser Schlafzimmer ist recht nah an die andere Wohnung. Jedenfalls konnte ich die zweite Nacht in Folge nicht gut schlafen, und am nächsten Tag hatte ich richtig schlimme Migräne. Diese Woche habe ich zu viel gearbeitet, und heute Nacht wurde es wieder laut in der Wohnung nebenan. Nicht so laut dass man sich beschweren könnte, aber laut genug, um mich am Einschlafen zu hindern. Bis um halb zwei die Wohnung verlassen wurde. Verdammt. Ich hoffe, es wiederholt sich nicht jedes Wochenende.

Der Ehemann war am Wochenende wieder in Berlin. Der Schwiegervater ist seit März im Pflegeheim und wird zunehmend dement — mein Eindruck. Wir wissen, dass er nicht mehr in der Lage ist, sich lange zu unterhalten, und nach keiner Stunde wieder anfängt, dasselbe zu erzählen, weil er vergessen hat, was er gesagt hat (abgesehen davon, dass er seit seinem Schlaganfall nur noch schwer reden kann). Jetzt vergisst er Verabredungen mit dem Ehemann, wie gestern. Er meint, seine Wohnung leeren zu müssen. Der Ehemann hilft ihm schon seit Monaten dabei und fährt zweimal im Monat hin, letztens mit dem Auto. Gestern war er mit seinem Vater im Heim verabredet, um zusammen zur Wohnung zu fahren. Das hat er ihm mehrmals am Telefon gesagt, und was war gestern? Der Schwiegervater ist alleine zur Wohnung gegangen und hat angefangen, selber schwere Gegenstände herum zu schleppen. Dafür ist er wirklich nicht mehr fit genug.

Der Ehemann ist heute am späten Nachmittag zurück gekommen. Es hat uns Crémant de Bourgogne zum Anstoßen mitgebracht. Mit meiner Müdigkeit war mir ein Glas schon zu viel.

[1] Unbezahlte Werbung, da Verlinkung.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.