Und zurück

Die Fahrt gestern von Berlin aus war lang. Ich wäre viel lieber mit dem Zug gefahren. Wir sind um neun Uhr abends angekommen und um elf war ich schon müde im Bett. Neun Stunden habe ich durch geschlafen. Rekordverdächtig.

Heute früh sind wir mal wieder im Starnberger See geschwommen, bevor wir auf dem Markt einkaufen waren. Beim Frühstücken am Ufer des Sees am Bahnhof waren wir Zeugen eines spektakulären Raubüberfalls. Man beobachte die Taube im zweiten Bild unten, mittig, die ein Stück Futter in dem Schnabel hält. Die Spatzen, wie in organisierten kriminellen Banden, kreisen um die Tauben. Auf einmal greifen sie an. Flügelschläge, Chaos, blitzschnell. Im dritten Bild guckt die Taube rechts verdutzt, ihr Stück Futter ist jetzt in dem Schnabel vom Spatzen unten links, und sie traut es nicht, es sich zurück zu holen. Die andere Taube hat noch nicht kapiert was passiert ist und schaut nach dem anderen Spatzen zu, der jetzt ganz uninteressiert spielt. Die Spatzen hier sind so frech wie in Berlin.

Nach dem Frühstück habe ich mich nur matschig gefühlt. Vermutlich haben wir zu lange in der Sonne gesessen. Am Nachmittag kam die Migräne, die ich zum Glück mit Paracetamol abwehren konnte. Das klappt ja nicht immer. Jetzt sortiere ich Fotos von unserem Mini-Urlaub an der Nordsee.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

An der Nordsee

Wir haben uns spontan für ein paar Tage eine Wohnung in Büsum an der Nordsee gemietet, da der Schwiegervater letzte Woche aus dem Krankenhaus entlassen wurde und es ihm nach dem diagnostizierten zweiten Schlaganfall besser zu gehen scheint. Ausschlaggebend für die Auswahl des Ortes war die vorhandene Übernachtungsmöglichkeit, da sonst fast alles in der Gegend ausgebucht war. Der Mini-Urlaub hat uns gut getan und wir konnten richtig abschalten.

Die Anfahrt am Sonntag verlief trotz zahlreicher Bauarbeiten auf der Autobahn recht entspannt. Eine unangenehme Situation gab es beim Ankommen, als wir in die Unterkunft wollten. Ich hatte mich beim Parken über die merkwürdige Schreibweise vom Wort „Hus“ gewundert, das eher wie „Mus“ aussah, aber der Ehemann meinte, da wären wir richtig, es war die Straße, es würde ja nur ein „wittes Hus“[1] geben. Wir sind mit Mund-Nasen-Schutz aus dem Auto ausgestiegen. Die Frau, die nach unserem Klingen an die Tür kam, schaute uns keine Sekunde lang an und fragte schon in einem beinahe hysterischen Ton, was das mit den Masken soll. Bei ihr im Hause würde absoluter Maskenverbot herrschen. Die Frau wäre nicht infiziert, wären wir vielleicht krank angereist? Masken würden eh nichts bringen[2], erzählte sie uns weiter, alles in einem Atemzug, ohne uns die Gelegenheit zu geben, irgendwas zu antworten. Wir haben uns mit dem Ehemann angeschaut und es war klar, in dem Haus wollten wir auf keinen Fall rein. Als die Frau mit ihrer Tirade fertig war, sagte ich dem sprachlich begabten Ehemann auf Französisch (um zu vermeiden, dass sie sich einmischt), wir suchen uns etwas anderes aus. Die Frau gehört angezeigt, wie sie ihre Gäste dazu zwingt, die Corona-Schutzmaßnahmen derart zu missachten, wir würden bestimmt nicht mal das Geld für die Buchung zahlen müssen, sie würde eher mit einem saftigen Bussgeld bestraft werden. Als sie mich in einer Fremdsprache reden hörte, meinte die Frau[3], wir wären vielleicht nicht die Gäste, die sie erwartet hatte. Dies bestätigte ich erleichtert, ohne die Adresse zu prüfen, weil ich auf keinen Fall dort bleiben wollte. Sie sagte, wir würden bestimmt zum „witten Hus“[3] gegenüber wollen. Dort haben wir umgeparkt, und es war tatsächlich unsere gebuchte Unterkunft, worüber ich richtig froh war. Unsere Mieterin war von weitem viel freundlicher. Im Nachhinein hätten wir unseren Fehler früher merken sollen, da wir eine ganze Wohnung und keine Pension wie drüben dick am Haus geschrieben gebucht hatten.

Unser Aufenthalt war wunderbar. Nicht nur, weil die Wohnung sehr hübsch und gemütlich war (die private Sauna haben wir sehr genossen). Mit dem Wetter hatten wir großes Glück. Der Strand, die Hauptattraktion von Büsum, sieht gewöhnungsbedürftig aus. Die Kombination vom kurz gepflegten Rasen[4] mit den periodisch angeordneten Strandkörben hat etwas unheimliches. Von weit weg aus sieht es wie ein dieser Friedhöfe für gefallene Soldaten aus. Das Hochhaus mittendrin, das einzige Gebäude von Büsum, das man über den Deich sieht, wirkt einfach nur grotesk. Impressionen vom ersten Abend:

Am Montag haben wir uns einen Strandkorb gemietet. Morgens sind wir bei Flut geschwommen, das Wasser war allerdings sehr kalt und es hat einiges an Überwindung gekostet. Ich habe ein paar Züge Brustschwimmen gemacht und bin raus gegangen, der Ehemann hat es länger ausgehalten. Am Nachmittag sind wir nach einem Spaziergang zum Leuchtturm bei Ebbe übers Watt gelaufen. Ich habe es mit dem Schwimmen nochmal probiert, aber man muss deutlich länger laufen, um zum Wasser zu kommen, und sobald man nicht mehr den Boden unter den Füßen hat, ist es immer noch sehr kalt, meine Hände haben beim Schwimmen geschmerzt. Ich war schnell wieder raus, und noch schneller, als ich die Größe der Krabben am Grund gemerkt habe. Richtige Monster waren das. Nach einem Abendessen in einem Fischrestaurant am Hafen sind wir am Museum am Meer geschlendert.

Am Dienstag sind wir zum Leuchtturm Westerheversand gefahren. Nach dem schönen Spaziergang sind wir nochmal bei Tageslicht am Hafenmuseum geschlendert, bevor wir den Sonnenuntergang bewundert haben. Es war noch schöner als auf den Seychellen.

Am nächsten Tag sind wir nach einem Frühstück im Nebel zurück nach Berlin gefahren.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

[2] Selbst Kinder wissen besser Bescheid, wenn sie die Sendung mit der Maus[1] vor einigen Wochen geguckt haben:

[3] Der traue ich noch zu, AFD-Anhängerin zu sein. Vielleicht ist ihre Pension eine Art Treffpunkt für Corona-Leugner und anderen Covidioten? Auf den gängigsten Buchungsportalen taucht sie jedenfalls nicht auf, deswegen man leider schlecht andere Reisende vor der Pension warnen kann.

[4] In den privaten Gärten ist der Rasen auch sehr kurz gepflegt. Muss man hier Bussgeld zahlen, wenn das Gras zu hoch wächst?


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Wanderung zum Leuchtturm Westerheversand

Der Ehemann hatte die Idee, eine Wanderung zum Leuchtturm Westerheversand zu machen. Der Leuchtturm von der Jever[1]-Werbung, erklärt er mir, als er das fehlende Leuchten in meinen Augen sieht. Je-was? Die Werbung kannte ich nicht, und dieses Bier trinke ich so gut wie nie. Egal. Es ist ein schöner Tag und Bewegung ist immer gut.

Wir parken vor dem Tourismusverein, der, im Gegenteil zu dem was Google Maps[1] behauptet, geöffnet ist. Wir laufen an den Schafen vorbei, die schräge Straße zum Deich hoch, und werden mit einem einzigartigen Blick zur Salzwiese belohnt. Es sind viele Radfahrer unterwegs, und man glaubt es bei der flachen Landschaft nicht, wenn man es nicht selber sieht, überwiegend Elektrofahrräder. Wir laufen den geraden Weg zur Küste und biegen dann links ab zum Leuchtturm.

Nach dem Leuchtturm fängt der historische Stockenstieg an, der für Fahrradfahrer verboten ist. Es wird schlagartig viel ruhiger. Momentan darf man diesen Weg nur vom Leuchtturm aus begehen, nicht vom Deich aus. Ein Rückblick auf dem Leuchtturm am Ende vom Fußgänger-Radweg zeigt, wie viele Leute heute mit dem Fahrrad unterwegs sind. Wir sind nur sehr wenige Fußgänger.

Die Wanderung wurde in Komoot[1] als „mittelschwer“ angegeben und es ist mir ein Rätsel, warum. Die Wege sind flach und gut begehbar, es besteht keine körperliche Herausforderung. Es war nichts im Vergleich zu unserer Bergwanderung Ende Juni (Beitrag steht immer noch aus), die auch als „mittelschwer“ in Komoot angegeben wurde und mich am Rande der Verzweiflung gebracht hatte. Oder sollte man die Bewertungen von Wanderwegen mit der Kondition der Mehrheit der örtlichen Besucher gewichten? Hier an der Nordsee ist die Proportion an stark übergewichtige Menschen auffällig hoch, auf Bergenwegen trifft man sie nie, und wenn sie alle noch wie heute nur mit dem Elektrofahrrad auf dem flachen Land unterwegs sind, empfinden sie vielleicht ein solcher kleiner Spaziergang schon als „mittelschwer“. Das Einzige, war mir einfällt: Wir waren ständig der prallen Sonne ausgesetzt. Ohne Hut, Wasser und Sonnenschutz sollte man diesen Spaziergang im Sommer nicht unternehmen.

Eine kleine Sammlung der Pflanzen, die in der Salzwiese gedeihen:

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung.


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Ab in den Urlaub

Der letzte Urlaub ist gar nicht so lange her, aber Erholungsbedarf habe ich schon wieder dringend. Seit Anfang Juli betrug meine mittlere wöchentliche Arbeitszeit um die fünfzig Stunden. Endlich, endlich kriegen wir Verstärkung im Team. Mein Eindruck ist, dass man in der freien Wirtschaft super lang am Anschlag arbeiten muss, bis die Leitung denkt, jetzt lohnt es sich, neue Kollegen einzustellen.

Ich sitze im ICE nach Berlin, wo der Ehemann schon seit gestern ist. Es war nicht ganz der Plan gewesen. Der Schwiegervater hat am Donnerstag auf dem Weg zum Arzt, wo er vom Pflegeheim aus unbedingt alleine zu Fuß gehen wollte, einen Schwächeanfall bekommen und liegt jetzt im Krankenhaus. Also hat sich der Ehemann den Freitag zusätzlich frei genommen und ist gestern mit dem Auto hin gefahren. Im Prinzip hätte ich, rein von den Arbeitsstunden für diese Woche her, gleich mitfahren können, wenn ich nicht dringend nach einer geeigneten Vertretung für meine laufende Projekte suchen musste. Theoretisch hätte mein Chef für mich einspringen sollen. Ich hatte ihm vor Wochen gesagt, dass ich im September Urlaub habe und er mich bei einem Kundenmeeting vertreten müsse. Ich habe ihn stets ins CC bei jeder Kommunikation mit den Kunden über die Projekte gesetzt. Als ich ihn am Donnerstag wieder daran erinnerte, dass er mein Vertreter ist, meinte er, das könne er nicht tun, er hätte keine Ahnung über meine Projekte. Dabei gibt es wirklich nicht viel zu tun. Es war für mich ein starkes Stück. Er hat die ganze Zeit seine Aufgaben als mein offizieller Vertreter gar nicht wahrgenommen. Ich frage mich, ob er überhaupt meine Emails gelesen hat. Zum Glück hat ein anderer Kollege jetzt zugesagt, das Meeting zu übernehmen, die Erklärung der Projekte hat gerade eine Viertelstunde über Skype[1] in Anspruch genommen, und die Leitung der Firma sucht für mich nach einem anderen dauerhaften Vertreter, denn mein Chef kann es offensichtlich nicht sein.

Wir hatten vor, im Urlaub zuerst nach Berlin zu fahren. Eine Freundin vom Ehemann wollte ihren Fünfzigsten feiern. Das hat sie dann vor zwei Wochen Corona-bedingt abgesagt. Wir wollten danach, wie inzwischen jedes Jahr, zu meiner Schwester fahren, um den Geburtstag vom Neffen zu feiern. Das müssen wir jetzt absagen, die Region PACA ist seit zwei Wochen als Risikogebiet eingestuft worden und dem Ehemann drohen Gehaltsverkürzungen, wenn er wissentlich in ein Risikogebiet Urlaub macht. Mir nicht, ich arbeite ja seit März ausschließlich von zu Hause aus, es sei denn, ich muss etwas persönlich abholen, eine Quarantäne hätte keinen Einfluß auf meine Arbeit. Ich habe inzwischen durch den neuen Kollegen sowieso keinen regulären Arbeitsplatz mehr, er sitzt an meinem Schreibtisch und benutzt meine Rechner. Wir bleiben also in Deutschland und werden den Neffen zum Geburtstag über Skype[1] gratulieren.

Diese Fahrt nach Berlin dauert ganz schön lange. Als ich vorgestern nach Verbindungen geschaut hatte, gab es gerade nur zwei Züge, die ohne Umstieg fahren, und beide dauern über sechs Stunden. Wir sind über Fulda gefahren. Ich habe die Nachrichten lange nicht mehr geguckt, vielleicht gab es in Thüringen Hochwasserschäden wegen des starken Regens in letzter Zeit. Gut, das mit der Covidioten-Demo letzte Woche in Berlin habe ich schon mitbekommen. Meiner Meinung nach sollten Leute, die sich, trotz alles verfügbaren Wissens, an solchen Veranstaltungen freiwillig anstecken, ihren Anspruch auf intensive Behandlung verspielt haben, wenn der Verlauf der Krankheit sich doch schlecht entwickelt. Sie können auch einfach Globuli verabreicht bekommen, wenn sie glauben, der Virus wäre eine reine Erfindung. Ethisch ist diese Ansicht zwar nicht vertretbar, aber für Ethik interessieren sie sich auch nicht, wenn sie das Recht anderer Personen auf körperliche Unversehrtheit derart zertrampeln wollen.

Wenigstens funktioniert das WLAN im Zug heute gut, und ich habe mir Videos angeschaut, die ich länger auf meiner Liste hatte, aber für die ich bis jetzt keine Zeit gefunden hatte. Dieses Video von Arte[1] war nicht auf meiner Liste, sondern am rechten Rand, und ich hatte keine Ahnung, worum es ging. Ich fand diesen Beitrag beeindruckend, spiegelt es doch sehr meine derzeit pessimistische Ansicht über die Menschheit. Zitat: „[der Mensch] meint alles zu beherrschen und beherrscht nicht einmal sich selbst„. Mir scheint, als ob sich unser Planet nur auf Dauer von den menschengemachten Schäden erholen kann, wenn die Menscheit vernichtet wird, ob aus eigener Schuld oder durch externe Ereignisse. Nachdem ich auch dieses Video[1] vor einigen Tagen gesehen habe, denke ich, wir werden es schon selber schaffen. Ich bin deswegen doch recht froh, dass uns das Elternsein erspart geblieben ist.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.


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Armer kleiner Zeh

Wir sind am Samstag gewandert. Drei Stunden und zehn Minuten sind wir gelaufen, sagt Komoot[1]. Dazu kam die halbe Stunde Tischtennis. Zwischendurch haben wir die Füße in die Würm abgekühlt.

Nein, er ist nicht lackiert.

Ich habe den ganzen Tag nichts gemerkt, aber als ich abends meine Wanderschuhe zum letzten Mal zu Hause ausgezogen habe, hat mein rechter kleiner Zeh plötzlich pochend geschmerzt. Unter dem Nagel hat sich inzwischen ein Hämatom gebildet. Und wenn ich jetzt leicht auf dem Nagel mit dem Finger drücke, merke ich, dass er nicht mehr so fest hält. Ich habe den Zeh in einem Pflaster gewickelt, um mit Schuhen die Wohnung verlassen zu können. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, bis der Nagel von alleine abfällt. Ich hoffe, es geht relativ schmerzlos.

Bei der nächsten Wanderung muss ich unbedingt aufpassen, dass meine Fußnägel nicht zu lang sind. Ich schneide sie aber recht regelmäßig, und es war bis jetzt kein Thema. Vielleicht sind meine neue Sommerwanderschuhe wirklich zu klein. Es kam mir nicht so vor, als ich sie im Laden ausprobiert hatte. Die Beschwerde, die ich letzten Monat bei unserer Isar-Wanderung am linken Fuß hatte, sind verschwunden, nachdem ich den Schuh vorne breiter binde. Vielleicht habe ich beim letzten Schuhanziehen am Samstag den Fuß nicht richtig rein gesteckt, oder die Socke hat eine Falte gebildet.

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Von Pasing nach Karlsfeld

Wir haben gestern unsere Wanderung an der Würm fortgesetzt. Nach einem nicht so kühlen Bad im Starnberger See sind wir mit der S6 nach Pasing gefahren und haben ab da weiter gemacht, wo wir beim letzten Mal aufgehört hatten.

Zuerst ein Eis bei unserer Lieblingsdiele holen, neben der Osteria hinter dem Bahnhof, die gerade öffnet, als wir ankommen. Die Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen. Es wird ein heißer Tag.

Wir laufen an der Pasinger Fabrik[1] vorbei den Hellihofweg entlang bis zur Theodor-Storm-Straße und biegen einige Meter danach links in den Bergengruenweg ab. An der Würm angekommen, biegen wir rechts in den Hermann-Hesse-Weg ab. Am Kornberger Weiher kommen die ganzen Enten angeschwommen und schauen hoffnungsvoll auf uns zu, als wir kurz halten und den Blick genießen, obwohl eine Frau auf einer Bank auf der anderen Seite des Weihers schon dabei ist, die Enten zu füttern. Verwöhntes Pack.

Ehe man sich versieht, erreicht man schon das Schloss Blutenburg. Am Anfang der Wiese steht ein Kreuz mit der Inschrift „A Xunta de Galicia – España – O land de Baviera – MCMLXXXIII„. Ich finde keine Information darüber, warum dieses Monument hier steht. Das Datum, 1983, ist zwei Jahre nach dem die Region Galicien wieder autonom wurde. Ein Ermutigungsgeschenk an die autonome Szene Bayerns? Wir machen eine Runde um das Schloss. Die Wiese ist voll mit Gänsen.

Wir laufen am Mahnmal zum Dachauen Todesmarsch vorbei, den man vielerorts in und um München auf dem Weg sehen kann, wo Gefangenen kurz vor Kriegesende im April 1945 zu ihrem Tode geführt wurden. Es macht mich immer so traurig, enttäuscht, sauer zu sehen, zu welchen Gräueltaten die Menschheit fähig ist. Und es sieht nicht so aus, als ob wir daraus lernen würden.

Nach dem Schloss laufen wir in einem Wohngebiet. Nicht für lange Zeit. Der Weg führt uns im Schatten entlang Wiesen und Felder. Rechts vom Friedhof in Untermenzing lädt eine Holzbrücke zum Überqueren der Würm ein. Es liegt nicht auf unserer Route. Am Ende der Brücke sehen wir die Kirche St. Martin. Die Brücke ist in einem sehr guten Zustand und es hängen kaum Spinnennetze dran. Ich bin begeistert.

Nach dem Friedhof ist der Weg nicht mehr so schattig. Wir sind wieder im Wohngebiet und laufen auf der Straße. Autos fahren da kaum, aber viele Radfahrer sind unterwegs. Es ist eine Fahrradstraße. Wir verlassen sie, sobald sich die gelegenheit ergibt, und laufen auf einem engen Weg an der Würm entlang. Wir kommen zur Sportanlage, wo wir Tischtennisplatten entdecken. Zwei. Eine wird schon von zwei Teenagern benutzt. Das trifft sich gut, ich habe meine Ausrüstung im Rucksack am Morgen noch im letzten Moment gepackt, bevor wir das Haus verlassen haben. Wir spielen eine gute halbe Stunde und diesmal gewinne ich zwei Spiele! Der Ehemann meint, ich mache Fortschritte. Bald kann er fies mit mir spielen, sagt er.

Ich habe die Route geplant und wir sollten kurz vor der Autobahn die Würm auf einer Brücke am Hohenadelweg überqueren. Die Brücke ist leider gesperrt, und wir laufen einen ungemütlichen Teil in der Hitze auf der Straße bis Karlsfeld. Als wir endlich die Gelegenheit bekommen, wieder zur Würm zu gelangen, sind wir schon am Bahnhof. Wir nehmen den Zug bis Obermenzing, da die Stammstrecke mal wieder gesperrt ist, erholen uns im Biergarten am Grünen Baum[1], und laufen den Rest des Weges zurück bis Pasing, wo wir mit der S-Bahn nach Hause fahren. Ich freue mich auf eine kalte Dusche.

Wir sind fast neun Kilometer bis Karlsfeld gelaufen und waren froh, bei der Hitze so viele Gelegenheiten zu finden, die Füße in der Würm abkühlen zu lassen, auch wenn wir nicht schnell unterwegs waren. Mit dem Rückweg vom Biergarten nach Pasing sind wir insgesamt zwölf Kilometer gelaufen. Heute sind meine Beine müde.

Die Klette hat uns auf der ganzen Strecke begleitet. Der Rainfarn und der gewöhnliche Spindelstrauch waren nur vereinzelt zu sehen.

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Der Tag fängt schmerzhaft an

Es ist früh morgens. Ich sitze mit Kaffee am Schreibtisch und lese den abonnierten Tagesspiegel[1] online, obwohl wir jetzt schon zweieinhalb Jahre in Bayern leben. Wie fast jeden Tag, bevor ich im Home Office mit der Arbeit beginne.

Alle Fenster sind weit aufgerissen. Heute ist es schon so früh draußen so warm, dass die Wohnung trotzdem nicht abkühlt.

Ich lese den Artikel über Familien-Clans in Berlin, als ich etwas gegen mein T-Shirt im Rücken spüre. Ich streife geistesabwesend mit der rechten Hand, bewege die Hand zurück zur Maus und als ich beim Lesen runter scrolle, spüre ich etwas Weiches zwischen mittlerem und Zeigefinger.

Zu spät. Ein höllisch starker Schmerz breitet sich in meinem mittleren Finger aus. Ich springe auf, schüttle die Hand, reiße mir das T-Shirt vom Leib, weil ich nicht weiß, ob drauf noch etwas sein könnte. Am Finger sehe ich einen langen roten Streifen, den ich zuerst für eine Bisswunde halte. Ich beiße selber drauf und lutsche die Stelle, während ich den Boden durchsuche.

Neben dem Bürostuhl liegt was ich zuerst für einen Käfer halte, da ich meine Brille beim Lesen nicht brauche (beim Staubsaugen schon). Beim genaueren Betrachten entpuppt sich der Käfer als Biene. Ich hebe sie auf einen Haftzettel hoch zum Schreibtisch. Sie zuckt noch mit den Antennen und streckt ein Beinchen. Es ist leider aussichtslos. Beim Stich hat sie sich den Hinterleib ausgerissen. Das Foto ist recht unscharf, man erkennt es aber deutlich. Ich werfe sie aus dem Fenster zum Dach.

Den Stich versorge ich mit FeniHydrocort[1]. Es wurde mir vor einigen Jahren in einer Berliner Apotheke gegen Mückenstiche empfohlen, da ich häufig so allergisch reagiere, und es hilft bei mir tatsächlich, viel besser als Fenistil[1] (mein tolles Gerät um Stiche zu erhitzen muss im Umzug verschwunden sein, ich finde es nicht mehr). Beim Bienenstich hilft es heute auch und nach einer Stunde ist selbst die Schwellung verschwunden.

Das letzte Mal, dass eine Biene mich gestochen hatte, war vor vielleicht acht Jahren in Aachen. Es war ein sonniger Sommertag. Ich war mit einem leichten Kleid bekleidet zur Bäckerei in der Theaterstraße gegangen, und hatte beim Gehen unwissentlich eine arme Biene zwischen Arm und Oberkörper eingeklemmt. Damals war der Stachel in meiner Haut geblieben. Heute wenigstens nicht.

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Im Ammersee geschwommen

Seit Anfang des Sommers gehen wir regelmäßig im Starnberger See schwimmen. Am Anfang betrug die Wassertemperatur gerade 16 Grad und rein gehen ging nur mit Schnappatmung. Anfang August hatten wir dann schon am frühen Morgen 25 Grad, was uns zu warm ist.

Wir sind diesmal abwechslungsweise zum Ammersee gefahren. Wir haben das Auto vor dem Bahnhof geparkt. Um die frühe Uhrzeit gab es noch viele Plätze auf der sonntags kostenlosen Seite der Straße. Der Weg zum Strandbad führt durch das Bahnhofgelände, das man durch den schön gebauten namenlosen Weg mit Beleuchtung parallel zum kostenpflichtigen Parkplatz nicht erreichen kann, da eine neu aussehende Absperrung dazwischen liegt. Es sieht so skurril aus, es wäre ein Fall für den realen Irrsinn[1].

Wir laufen den Weg zum Strandbad runter und kommen zu einer Liegewiese neben dem Segelklub. So früh morgens sind sehr wenige Menschen da. Mir gefällt es, dass man, wie bei unserer Badestelle am Starnberger See, sehr leicht durch eine Leiter am Steg ins Wasser kommt. Man muss hier nur aufpassen, ganz nah am Sandkasten vorbei zu laufen, weil der Kies sonst den Füßen weh tut, wenn man barfuß läuft. Wie am Strand in Nizza. Das Wasser ist hier auch warm und grünlich trüb. Wir schwimmen eine halbe Stunde lang.

Nach dem Schwimmen laufen wir in Richtung Seepromenade. Dem Ehemann ist nach einem bayerischen Frühstück. Unterwegs treffen wir die Seejungfrau mit dem Waller, diesmal ohne Schnee. Wir finden einen Tisch ganz nah am Schiffsanlegesteg. Der Ehemann kriegt seine Weißwurst mit Weißbier. Ich trinke ein Cappuccino und esse seine Bretze. Etwas Anderes bekommt man zwischen 10:00 und 11:00 nicht serviert.

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KiBa-Kuchen

Mein gestriges Frühstück beim Home Office auf dem Balkon.

Wir hatten am Wochenende mal wieder Bananen, die aufgebraucht werden mussten. Im Sommer werden sie schnell braun. Und da der Ehemann uns auf dem Markt ganz viele Kirschen gekauft hatte, die man auch nicht ewig halten kann, ist mir die Idee für diesen Kuchen gekommen.

Meine Backform ist oben 30 cm x 11 cm groß, unten etwas schmäler, daraus haben wir dreizehn Stücke vom Kuchen abgeschnitten. Mit den großen Kirschen drin wollte ich die Scheiben nicht zu dünn machen.

Die Zutaten (für 13 Portionen)

  • 120 g Weizenmehl
  • 80 g Dinkelvollkornmehl
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe
  • 100 g Butter
  • 120 g Zucker
  • 3 Eier
  • 1 Esslöffel Rum
  • 2 großen Bananen
  • etwa 30 Kirschen

Die Zubereitung

  • Backofen bei 180 °C vorheizen.
  • In einer großen Schüssel, Eier und Zucker mit einem Schneebesen schaumig schlagen.
  • Die Mehlsorten und die Hefe zur Zucker-Eier-Mischung geben und rühren.
  • Die Butter schmelzen, abkühlen lassen und im noch flüssigen aber lauem Zustand in den Teig rühren.
  • Rum zum Teig geben und gut untermischen.
  • Die Bananen schälen, das Fruchtfleisch mit einer Gabel zerdrücken und zum Teig geben.
  • Die Kirschen waschen, abtrocknen, halbieren, entkernen und ebenfalls zum Teig geben. Gut umrühren.
  • Eine rechteckige Backform mit Backpapier auslegen. Den (recht flüssigen) Teig in die Form auf das Papier gießen.
  • Den Kuchen fünfzig Minuten bei 180 °C Umluft auf mittlerer Schiene backen lassen. Unbedingt Stechprobe am Ende der Backzeit durchführen, mit einem scharfen Messer oder einem langen Holzspieß. Wenn beim Rausziehen feuchter Teig dran klebt, weitere fünf bis zehn Minuten mit Unterhizte backen lassen.
  • Vor dem Servieren abkühlen lassen.

Nährwertangaben

pro Stück fürs Rezept
Energie (kcal) 203,5 2645
Eiweiß (g) 3,8 49,3
Kohlenhydrate (g) 27,5 357,2
davon Zucker (g) 15,9 207
Fett (g) 8 103,4
Ballaststoffe (g) 1,7 22,3


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