Das Wochenende in Träumen

Samstag früh

Ich war auf Arbeit[1] und saß an meinem Rechner. Leider wollte mein Rechner nicht so richtig machen, was ich wollte. Ich habe ihn neu gestartet. Beim Hochfahren ist er bei einem schwarzen Konsolenbildschirm stehen geblieben. Da stand etwas von verschlüsselten Dateien und Bitcoins. Ups. In dem Moment kam Arndt. Wir haben beschlossen, den Rechner erneut neu zu starten. Diesmal lief er über den schwarzen Bildschirm hinaus, aber die Anmeldungsseite von Windows kam nicht. Stattdessen war nur eine preisliche Auflistung von wissenschaftlichen Geräten von einem Anbieter zu sehen, mit einer dürftigen graphischen Oberfläche, wie man sie von alten Tcl/Tk Programmen kennt. Stimmt, am Tag davor hatte ich eine Spam-Email von einer unbekannten Firma bekommen, und hatte sofort den Link ganz unten gesucht, um mich von sämtlichen Mailinglisten zu entfernen[2]. Vielleicht war durch meinen Klick auf dem Link eine Malware heruntergeladen und installiert worden[3]? Ich habe Arndt vor meinem Rechner gelassen und bin zur Toilette gegangen. Es war nachts, kurz vor der Dämmerung. Auf dem Weg zur Toilette musste ich einen Gang mit verglaster Wand entlang laufen, und auf meiner Höhe war draußen die Krone von einem Baum voll mit Vögeln zu sehen. Jedes Mal, wenn ich vorbei lief, kriegten die Vögel Panik und flogen weg vom Baum. Ich habe versucht, auf dem Rückweg ganz leise zu laufen. Die Vögel sind trotzdem weg geflogen. Bei meiner Rückkehr fand ich eine Menschenversammlung vor meinem Büro. Mehrere Kollegen aus dem Labor standen da und diskutierten, und keiner trug einen Mund-Nasen-Schutz.

Sonntag früh

Ich war alleine in Berlin unterwegs. Wo, wusste ich nicht genau, aber in der Nähe war eine U-Bahn Station. Der Eingang mit Rolltreppe war am Ende einer breiten Brücke erreichbar. Unter der Brücke fuhren viele Autos. Ich bin zur U-Bahn gelaufen, um zu einem bekannteren Teil der Stadt zu fahren. Als ich den Fuß auf die Rolltreppe gesetzt hatte, fiel mir ein, dass ich keinen Mund-Nasen-Schutz dabei hatte[4]. Um mich herum trug sonst niemand eine Maske. Ich bin von der Menschenmenge in die Treppe geschleppt worden und habe den Kragen von meinem Wintermantel über die Nase hoch gezogen. Plötzlich hörte die Treppe auf. Der Handlauf lief weiter bis nach unten, aber es gab keine Stufe mehr[5]. Ein Mann vor mir ist auf dem Handlauf herunter gerutscht. Ich habe es ihm nachgemacht. Unten angekommen, wollte ich mich nach Apotheken umschauen, um eine FFP2-Maske zu kaufen. Leider waren alle Geschäfte geschlossen. Ich bin zum Bahnsteig gelaufen. Dort kamen auf beiden Seiten des Bahnsteiges gleichzeitig zwei Züge an. Sie sahen ganz ungewohnt aus, gar nicht wie Berliner Züge. Ich habe versucht, auf den Anzeigetafeln zu lesen, wohin die Züge fuhren, aber ich konnte mir keinen Reimen drauf machen. Die Stationennamen konnte ich kaum lesen und wenn doch, waren sie mir völlig unbekannt. Ich habe einen Mann gefragt, wohin der Zug, in den er gerade einstieg, fahren würde. Er hat mich missverstanden und dachte, ich wollte wissen, wohin er fahren würde, was er mit „es geht Ihnen nichts an“ antwortete. Ich fragte nochmal nach, ob der Zug zur Innenstadt fahren würde[6]. Er sagte ja, ich stieg ein.

Sonntag nachmittags

Der zweite Tag in Folge, an dem ich mit einer Migräne aufstehe. Das ist das dritte Mal in diesem Monat. Was ist los? Die Wechseljahre, die sich bemerkbar machen? Gestern konnte ich die Migräne mit einer intensiven Putzaktion[7] im Schach halten. Heute hatte sie mich im Griff, und nachdem ich mit Kecksebacken fertig war, was nicht geholfen hat, habe ich mich nach zwei Paracetamol-Tabletten auf die Couch hingelegt.

Ich war mit Tim. Wir diskutierten und aßen gleichzeitig. Ich hielt ein dünnes Weinglas in der Hand, das gebrochen war. Ich habe die Glasscherben weiter zerkleinert und sie gegessen. Es war schön knusprig, aber irgendwann habe ich mich gefragt, ob es so gesund wäre, Glas zu essen.

Anderer Traum. Ich war in einer Art Tiefgarage. An einem Ende war ein Seminarraum, wo Vorträge über häusliche Gewalt geheim gehalten wurde. Ich wusste nicht so recht, ob ich hin wollte, aber gerade kam eine neue Rednerin zum Pult, und sie war Stéphanie, eine Kommilitonin vom Physik-Studium. Sie erzählte, wie sie mit einem ehemaligen Kollegen von mir, Rajeev, als Postdoc gearbeitet hatte. Er hatte sie sehr schnell erniedrigt und geschlagen. Ich war schockiert, so kannte ich Rajeev gar nicht, er war doch seit vielen Jahren verheiratet und hatte Kinder, außerdem war er wie ich seit Jahren in Deutschland und nicht mehr in Frankreich, wo Stéphanie noch lebte.

[1] Das Gebäude sah nicht wie mein Bürogebäude aus.

[2] Das ist mir tatsächlich am Freitag passiert. Ich war jahrelang spamfrei, und jetzt kriege ich plötzlich unerwünschte Emails. Ich vermute, es hat mit meiner Teilnahme an einem virtuellen wissenschaftlichen Workshop vor einigen Wochen zu tun, obwohl die Veranstalter in der EU sind und auch einer Datenschutz-Grundverordnung zu gehorchen haben. Ich bin mir ziemlich sicher, Weitergabe von persönlichen Daten an Dritten abgelehnt zu haben.

[3] Das kann wenigstens nicht passieren, da ich keine Admin-Rechte auf dem Rechner habe.

[4] Wie in diesem Traum.

[5] Immer wenn ich von Treppen träume, passiert etwas in der Art, und ich muss akrobatische Figuren machen, um weiter zu kommen.

[6] Was auch immer damit in Berlin gemeint ist.

[7] Gemeinsam mit dem Ehemann, wohl gemerkt. Der Mann ist ein Schatz.


Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Käsekuchen mit Mascarpone und Himbeeren

Ich wollte länger für den Ehemann einen Kuchen mit Himbeeren zubereitet haben. Er liebt Himbeeren. Als er im Februar nach Berlin gefahren ist, um die Wohnung von seinem Vater weiter leer zu räumen, habe ich ihm versprochen, ich würde ihm etwas Leckeres für seine Rückkehr machen. Es kam anders.

Das Grundrezept habe ich von hier, mit eigener Variation. Ich habe zwei Schichten gemacht. Die untere, festere Schicht mit Himbeeren, die obere Schicht klassisch mit Zitronenabrieb. Den Teig habe ich um ein Ei angereichert. Ich habe ihn in dieser Form, ohne Zucker, in unzähligen Quiches[1] verwendet, und habe ein Vorbacken vom Teig nie gebraucht, am Ende war der Boden der Quiches immer perfekt. Ich habe mir gedacht, so mache ich das auch hier. Gelungen. Der Boden war gebacken aber nicht so hart, dass er beim Teilen bröselt. Vermutlich wegen der ganzen nassen Masse oben drauf.

Die Himbeeren habe ich gefriergetrocknet gekauft und im Mörser gemahlen, bevor ich sie mit der Hälfte vom Käsebelag gemischt habe. Der Geruch beim Mahlen war unglaublich intensiv und hat mich ganz stark in die Kindheit versetzt. Wie ich Paille d’Or[2] als Kind geliebt habe[3]! Genau so haben die Himbeeren gestern gerochen.

[1] Siehe Lauch-Quiche, Quiche Lorraine, Pfifferlingen-Quiche und Zwiebelkuchen, zum Beipiel.
[2] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.
[3] Eigentlich ist das Zeug voll süß. Aber damals konnte ich nicht genug davon haben.

Die Zutaten (für 12 bis 16 Stücke)

  • Für den Teig
    • 160 g Weizenmehl, und ein bisschen mehr für die Springform
    • 100 g weiche Butter in Stücke, und ein bisschen mehr für die Springform
    • 60 g Zucker
    • 1 Ei
  • Für den Belag
    • 250 g Mascarpone
    • 1 Packung Philadelphia Klassik (175 g), weil ich nur 250 g Mascarpone hatte, die unbedingt aufgebraucht werden mussten
    • 500 g Quark
    • 1 Packung Vanillepuddingpulver
    • 2 Eier
    • 200 g Schlagsahne
    • 220 g Zucker
    • 50 g Weizenmehl
    • 35 g gefriergetrocknete Himbeeren, gemahlen
    • 2 Päckchen Zitronenabrieb

Die Zubereitung

  • Den Teig vorbereiten: Alle Zutaten zusammen mit den Händen arbeiten, bis eine schöne, nicht klebrige Kugel entsteht.
  • Eine Springform (28 cm im Durchmesser) zubereiten: Backpapier am Boden auslegen und in die Springform einklemmen, den Rand der Springform mit Butter einfetten und Mehl drauf walzen, bis der ganze Rand bedeckt ist. Überschüssiges Mehl weg kippen.
  • Den Teig am Boden der Form flach drücken und einen Rand erzeugen, so gut es geht.
  • Den Backofen bei 160 °C Umluft vorheizen.
  • In einer großen Schüssel, den Quark mit der Mascarpone, dem Philadelphia-Käse, der Sahne und dem Zucker mit einem Schneebessen zusammen rühren. Vanillepuddingpulver und Mehl hinzufügen, dann die zwei Eier, und weiter rühren.
  • Die Käse-Masse in zwei Teilen. In einer Hälfte den Zitronenabrieb, in der anderen Hälfte die gemahlenen Himbeeren untermischen.
  • Die Himbeeren-Käse-Masse zuerst auf dem Teig in der Springform glatt verteilen, dann die Zitronen-Käse-Masse obendrauf.
  • Den Kuchen für eine Viertelstunde bei 160 °C Umluft, dann die Temperatur auf 140 °C senken und weitere Dreiviertelstunde backen.
  • Jetzt der schwierigste Teil: Mindestens sechs Stunden gut abkühlen lassen. Ich habe den Kuchen zuerst zwei Stunden auf der Arbeitsfläche gelassen, dann fünf Stunden im Kühlschrank getan.

Beim Backen hat sich bei mir ein Riss gebildet, das sieht man in den Bildern unten. Beim Abkühlen hat sich der Riss wieder zusammen gefügt und es hat beim Schneiden nicht gestört. Der Kuchen ist ganz schön fest und mir vielleicht ein bisschen zu trocken. Der Ehemann sagt Hmmm!

Nährwertangaben

pro Sechszehntel pro Zwölftel fürs Rezept
Energie (kcal) 331,6 442 5305
Eiweiß (g) 8 10,6 127,7
Kohlenhydrate (g) 31,8 42,5 509,4
davon Zucker (g) 19,9 26,5 318,5
Fett (g) 19 25,3 303,8
Ballaststoffe (g) 0,4 0,5 6,1


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AZD1222

Vom Anfang an hat dieser Impfstoff schlechte Presse bekommen.

Nicht so wirksam wie die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer[1] und Moderna[1] soll er sein, nur 70% statt die bombastischen 94-95% der anderen Impfstoffe. Dabei hat man gerne vergessen zu erwähnen, dass andere Impfstoffe längst nicht so wirksam sind. Zum Beispiel ist die Grippeschutzimpfung[2] im Zeitraum 2008-2017 nur zu zwischen 30% und 60% wirksam gewesen. Die 70% von AstraZeneca[1] sind dagegen recht gut. Wenn 100% der Bevölkerung mit einem zu 70% wirksamen Impfstoff behandelt wird, haben wir quasi die Quote erreicht, die man braucht, um die Pandemie einzudämmen (ohne die fast drei Millionen genesenen Infizierten seit Beginn der Pandemie zu berücksichtigen, aber ein Immunschutz nach der Krankheit scheint nicht sicher zu sein). Na ja, das wäre vor dem Auftauchen der neuen Virus-Varianten, die eine höhere Reproduktionszahl haben, der Fall gewesen.

Foto: Whispyhistory, lizenziert unter CC BY-SA 4.0.

Die 70% Wirksamkeit vom AstraZeneca-Impstoff AZD1222 ist allerdings das Ergebnis einer schlampigen Studie. Probanden, die zweimal die vorgesehene volle Dosis vom Impfstoff bekommen haben, haben eine Wirksamkeit von nur 62% gezeigt. Irrtümlich wurde einigen der Probanden nur die Hälfte der Dosis bei der ersten Impfung verabreicht, und bei diesen Probanden wurde eine Wirksamkeit von 90% erreicht[3]. Ob bei den Impfkampagnen jetzt zweimal die volle Dosis oder zuerst die Hälfte und dann die volle Dosis gegeben wird, weiß ich nicht. Wenn ich das Bild sehe, wo 10 x 0.5 mL steht, gehe ich davon aus, dass alle Leute mit zweimal 0.5 mL geimpft werden. Was wegen der Knappheit vom Impfstoff zusätzlich suboptimal wäre.

Ein anderer Schwachpunkt der AstraZeneca-Studie ist die Probandenauswahl, insbesondere die Altersstruktur der Gruppe[4]. Zu wenige Menschen in hohem Alter. Kombiniert mit dem Dosierungsfehler, der auch noch nur bei Menschen unter 55 passiert ist[4], ist in den Medien der Eindruck schnell verbreitet worden, der Impfstoff sei bei älteren Menschen nicht so wirksam. Daher haben Länder wie Deutschland und Frankreich beschlossen, zuerst den AstraZeneca-Impfstoff nur an jüngeren Menschen zu geben.

Als ich in Frankreich bei meiner Mutter war, wurden dann neue Studien bekannt, die gezeigt haben, bei älteren Menschen ist die Wirksamkeit vom AstraZeneca-Impfstoff genau so gut wie bei jüngeren Menschen. Also hat man in Erwägung gezogen, AZD1222 auch zu dieser Altersgruppe zu geben.

Fast zeitnah wurden die ersten Fälle von Thrombosen nach Impfungen mit AZD1222 bekannt gegeben. Zuerst klang es harmlos, da die Häufigkeit von Thrombosenfälle in der geimpften Bevölkerung nicht über die bekannte Häufigkeit von Fällen bei nicht geimpften Menschen lag. Einige Länder haben trotzdem beschlossen, die Impfung mit AZD1222 vorerst zu stoppen, bis die EMA Stellung nimmt. Das war die Woche, als meine Mutter ihre erste Dosis vom Impfstoff bekommen hat.

Bei meiner Rückkehr in Deutschland wurde festgestellt, bei den Hirnvenenthrombosen gibt es eine anfällige Häufung der Fälle nach einer Impfung[5] mit AZD1222. Daher wurde in Deutschland[6] beschlossen, AZD1222 an jüngeren Menschen nicht mehr zu geben. Was machen Leute, die eine erste Dosis AZD1222 bekommen haben? Ich meine, wenn sie die erste Impfung gut vertragen haben, spricht nichts gegen eine zweite Dosis. Die Idee, als zweite Dosis einen anderen Impfstoff zu geben, sehe ich zuerst kritisch. Es gibt keine Studie, die belegt, dass eine solche Impfstrategie erfolgreich ist. Aber im Grunde unterscheidet sich AZD1222 doch nicht so sehr von den mRNA-Impfstoffen, wie man denken würde. AZD1222 ist ein Virus, der DNA zum Bau vom SARS-Cov-2 Spike-Protein enthält, die im Zellkern zu mRNA transponiert wird, die dann der Ribosom in das Spike-Protein übersetzt, gegen das das Immunsystem reagieren soll[2]. Die mRNA-Impfstoffe überspringen die Transkription. So sieht es mein Laienverstand. Aber warum sieht man dann nach mRNA-Impfungen keine vermehrte Thrombosenfälle[7]?

Letzte Woche wurde beschlossen, die Altersgruppe über 65, bei der hat man bisher keine vermehrte Hirnvenenthrombosen nach einer Impfung gesehen, sie sollten ruhig AZD1222 bekommen. Macht Sinn, oder? Hat man da vielleicht übersehen, dass diese Altersgruppe zuerst von der Impfung mit AZD1222 ausgeschlossen war, weil die Datenlage nicht hinreichend war? Ich gehe jede Wette ein, in einigen Wochen, wenn nicht Tagen, wird man überrascht feststellen, dass bei älteren Menschen doch Hirnvenenthrombosen nach der Impfung auftreten. Weil es sich um eine super seltene Nebenwirkung handelt, und es dauert, bis sich die ersten Fälle zeigen. Wenn ältere Menschen später als jüngere Menschen den Impfstoff verabreicht bekommen haben, werden sie auch später die Nebenwirkungen vom Impfstoff zeigen.

Trotz allem, ich bin da eher pragmatisch. Der Nutzen vom Impfstoff überwiegt von weitem die Risiken, die man ohne Impfung eingeht. Nehmen wir alles was wirkt[8].

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und/oder Verlinkung.

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Grippeimpfung

[3] https://www.tagesschau.de/ausland/europa/faq-astrazeneca-101.html, Version vom 29.01.2021 um 05:09 Uhr

[4] https://www.swr.de/wissen/corona-impfstoff-astrazeneca-102.html

[5] https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-impfstoff-astrazeneca-check-100.html

[6] Jetzt wo ich nicht mehr in Frankreich bin, weiß ich nicht, ob es dort genau so läuft.

[7] Erste Antwortenansätze hier zu finden.

[8] Eine ärztliche Beratung wäre bei Bedenken nicht verkehrt.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.

Die falsche Begründung

Letztes Jahr während unserer Isar-Wanderung aufgenommen.

Heute lief im ARD αlphα[1] eine Dokureihe zum Thema „das große Insektensterben“. Und wie häufig wurde gesagt, man müsse für die folgenden Generationen dafür sorgen, dass eine Biodiversität vorhanden ist.

Nein. Das ist so klein gedacht und egozentrisch, ich meine anthropozentrisch. Leute, die so was sagen, fürchten nur, sich darüber schämen zu müssen, wenn die Enkeln sie zur Rede stellen, warum sie so untätig waren, obwohl das Ausmaß an Zerstörung nicht zu übersehen war. Wobei es mich sehr wundern würde, wenn die Konsequenzen unserer Umweltzerstörung erst die Enkeln treffen würde. Zu sagen, man müsse für die nächsten Generationen die Natur schützen, erweckt den Eindruck, im Grunde ist es uns egal, wie es den anderen Arten geht, so lange es unseren Nachfahren gut geht.

Diese Argumentation macht mich sauer. Der wahre Grund sollte sein, wir müssen die Umwelt und die Arten schützen, weil wir es ihnen schuldig sind. Nur wir Menschen handeln so, dass unzählige Tiere und Pflanzen eingehen, und dabei wissen wir wohl, was wir tun. Hören wir endlich auf, nur auf unsere Bauchnabel zu schauen.

[1] Unbezahlte Werbung, da Namensnennung und Verlinkung.

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Jetzt dürfen Hausärzte gegen Covid-19 impfen

Haben sie heute im Radio gesagt. Es wurde Zeit. Als ich in Frankreich bei meiner Mami war, war ein großes Thema in den Nachrichten, dass ab dem 15. März auch in den Apotheken geimpft werden darf. Das hatte bei den Hausärzten zu Verunsicherungen geführt, weil nicht klar kommuniziert wurde, dass die bestellten Dosen natürlich zuerst in den Praxen geliefert werden, bevor die Apotheken auch ihre Dosen bestellen.

Ich habe mich mit dem Ehemann beim für uns zuständigen Impfzentrum angemeldet. Es hieß vor zwei Wochen im Radio, dass zu wenige Bürger in Bayern das Angebot wahr genommen hätten. Ich war davon ausgegangen, dass es wie in Frankreich eine strikte Reihenfolge gäbe, wer zuerst geimpft werden sollte. Ich dachte, wir wären noch nicht dran. Nach dem Radiobericht habe ich uns angemeldet. Einen Termin haben wir noch nicht zugeteilt bekommen. Vielleicht weil wir beide ohne besondere Risiken eingestuft worden sind. Interessant: In Frankreich wird Bluthochdruck als Risikofaktor für eine Covid-19-Infektion genannt, in Deutschland scheinbar nicht, da es in dem aufklappbaren Menü bei der Registrierungsseite nicht zu finden war. Also hat der Ehemann die selbe Einstufung wie ich, und ich kann nur weiterhin hoffen, dass er sich trotz notwendiger Anwesenheit im Büro nirgendwo ansteckt.

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Butterkekse mit Honig und Pinienkernen

Der Ehemann hat sich bedient. Ich habe ihm geholfen. Sonst hätte nicht alles in die Dose gepasst.

Mit feiner Orangenblütennote. Ich habe drei Bleche gebacken, aber, komisch, viele sind verschwunden, als sie noch am Abkühlen waren. Der Ehemann hat plötzlich den Drang gespürt, ständig durch die Küche zu laufen.

Die Zutaten (ergibt etwa 60 Kekse)

  • 260 g Weizenmehl
  • 100 g Butter
  • 75 g Zucker
  • 2 Eier
  • 2 Esslöffel Orangenblütenhonig
  • 1 Esslöffel Orangenblütenwasser
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • Pinienkerne, etwa 240 Stücke (4 pro Keks), ich sage mal 50 g

Die Zubereitung

Ich wusste nicht, wie viele Kekse es werden würde, und hatte auf dem ersten Blech nur 15 Stücke. Daher musste ich zum Schluss viele Kekse zusammen backen.
  • Die Eier früh genug aus dem Kühlschrank holen, damit sie die Raumtemperatur erreichen.
  • In eine Schale, die es erträgt, auf kleiner Hitze zu stehen, die Butter mit dem Zucker, dem Honig und der Prise Salz tun.
  • Die Schale bei kleinster Hitze auf dem Herd erhitzen, so dass die Butter und der Honig schmelzen. Dabei ständig rühren, bis eine homogene Masse entsteht.
  • Mehl und Backpulver zusammen mischen.
  • Wenn die Butter-Honig-Zucker-Mischung bei Raumtemperatur abgekühlt ist, ein Ei und das Orangenblütenwasser dazu rühren.
  • Die Mehl-Backpulver-Mischung zur Masse geben und mit den Fingern einen Teig bilden. Alternativ kann man einen Schneebesen benutzen. Ich mag es lieber mit den Fingern.
  • Den Backofen bei 180 °C vorheizen.
  • Den Teig für zehn Minuten in den Kühlschrank tun.
  • Die Arbeitsfläche gut bemehlen und den Teig drauf mit einem Nudelholz auf etwa weniger als ein halber Zentimeter ziehen.
  • Mit einer Plätzchenform, die Kekse ausstechen. Wenn nur Teigreste übrig bleiben, diese zusammen pressen, ausrollen und nochmal ausstechen.
  • Ein Eigelb mit etwas Wasser mischen, so dass die Viskosität sinkt und eine Konsistenz entsteht, die das einfache Einpinseln der Kekse damit ermöglicht.
  • For i=1 To 3[1]
    • Zwanzig Kekse auf Backpapier auf dem Blech verteilen und die Pinienkerne vorsichtig hinein drücken.
    • Die Kekse mit dem Eigelb einpinseln.
    • Das Blech zehn Minuten bei 180 °C backen.
    • Die Kekse aus dem Backpapier nehmen und an einem sicheren versteckten Ort abkühlen lassen.
  • Next i[1]

Ich habe gut zwei Stunden in der Küche gestanden.

[1] Schleife in Visual Basic for Applications.

Nährwertangaben

pro Keks[2] für 5 Kekse fürs Rezept
Energie (kcal) 42 210 2518
Eiweiß (g) 0,8 4 47,9
Kohlenhydrate (g) 4,8 24,2 290,2
davon Zucker (g) 1,6 8,2 98,5
Fett (g) 2,1 10,6 126,8
Ballaststoffe (g) 0,2 0,8 9,2

[2] Ungenau durch die Rundung.


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Osterkarte für einen Vierjährigen

Genauer gesagt, für einen Viereinhalbjährigen. Der Neffe steht gerade auf Dinosaurier und kennt sie alle bei Namen, so kommt es mir vor. Am Wochenende nach meiner Rückkehr, als ich wegen Quarantäne nicht aus dem Haus durfte, habe ich ihm also eine Osterkarte gebastelt. Das mache ich nicht zum ersten Mal, eigentlich, seitdem er den Anfang mit seiner Mutter gemacht hat, aber diesmal habe ich daran gedacht, die Karte zu fotografieren, bevor ich sie geschickt habe.

Auf der Vorderseite, ein Oviraptor, der Ostereier klaut. Obwohl man inzwischen vermutet, dass der Oviraptor doch kein Eierdieb war, wie ursprünglich angenommen. Auf der Rückseite, ein schlüpfender Pteranodon mit Kirschblüten und Forsythien, weil es Ostern ist.

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Jetzt hat es mich auch erwischt

Kein April-Scherz. Meine übliche Blog-Ansicht ist nicht mehr zu erreichen. Nicht, wenn man sich auf WordPress durchklickt.

Zum Glück hatte ich mein Dashboard als Lesezeichen im Browser gespeichert und komme noch mit

https://AUTORNAME.wordpress.com/wp-admin/

zur klassischen Ansicht. Die neue Seite

https://wordpress.com/home/AUTORNAME.wordpress.com

scheint sich nicht mehr nach Geschmack gestalten zu lassen. Besonders die beiden Kästchen unten finde ich nützlich, um mal zu schauen, was gerade erschienen ist und vielleicht Sachen zu entdecken, obwohl es meistens eh Junk voll mit Hashtags war, oder ob die Spam-Liste geleert werden sollte. No, aquí no se inicia sesión.

Nerviger ist, dass jetzt bei den Beiträgen der Link zum klassischen Editor verschwunden ist. Ich hatte bis jetzt immer einen neuen Beitrag nur mit dem Titel angefangen, den Entwurf gespeichert und war zur Beiträge-Seite gegangen, um dort mit dem klassischen Editor den Beitrag zu bearbeiten. Nicht nur, dass er neue Editor zu langsam ist. Es gibt manchmal Elemente in meinen Beiträgen, die der neue Editor nicht bearbeiten konnte, und die schlicht gelöscht wurden, wenn ich mit dem neuen Editor alte Beiträge bearbeiten wollte. Deswegen ich beim klassischen Editor bleiben wollte. Die Möglichkeit, die Einige erwähnt haben, im neuen Editor zum Alten durch Klicks zu wechseln, habe ich nie gehabt.

Nun ist die Lösung gefunden: Den alten Beitrag im neuen Editor öffnen, im Adressfeld alles hinter &action=edit löschen und durch &classic-editor ersetzen. Beispiel:

https://AUTORNAME.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=BEITRAGSNUMMER&action=edit&classic-editor

Oder, für einen neuen Beitrag:

https://AUTORNAME.wordpress.com/wp-admin/post-new.php?classic-editor

Voilà, der klassische Editor ist wieder da. Fragt sich, wie lange noch.

Vielen Dank an alle, die das Problem vor mir hatten und ihre Lösungswege beschrieben haben, vor allem:


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Die Zeitumstellung geht mir nicht weit genug

Eine Stunde Unterschied ist für viele heftig. Klar, man kann sich daran gewöhnen. Ich habe nie sonderlich unter der Zeitumstellung gelitten, wenn ich vergleiche, mit dem man sonst auf Internet lesen kann. Den Bedarf darüber zu jammern hatte ich nie.

Was mich in dem Moment stört ist eher psychologisch. Gestern ging noch die Sonne um halb sieben runter, heute erst um halb acht. Es gibt aber nichts in der Rotation der Erde, was einen Übergang erster Ordnung in unseren Gewohnheiten rechtfertigen würde. Im Gegenteil, die Jahreszeiten fließen in einander, und die Tag- und Nachtlängen ändern sich kontinuierlich. Ein gradueller Unterschied in der Zeitumstellung wäre mir daher lieber.

Oben habe ich die Uhrzeiten von Sonnenaufgang (links) und Sonnenuntergang (rechts) für Berlin im Jahr 2021[1] mit gnuplot dargestellt. An den vertikalen Sprüngen erkennt man beide Zeitumstellungen, im Frühling und im Herbst. Ich habe mich gefragt, wie es stattdessen aussehen würde, wenn man jeweils über zwei Monate jeden Tag die Uhr um eine Minute verstellen würde. Körperlich dürften wir den Unterschied kaum merken. Unten sieht man die Auswirkung auf die Uhrzeiten für Sonnenaufgang (links) und Sonnenuntergang (rechts). Für die Frühlingsumstellung habe ich am 28. Januar angefangen, sechzig Tage vor heute, für die Herbstumstellung habe ich erst am 02. Oktober angefangen, dreißig Tage vor der geplanten Umstellung am 31. Oktober.

Die „korrigierte“ Kurve sieht für den Sonnenaufgang nicht so schön wie die Kurve für den Sonnenuntergang aus. Um schöne stetige Funktionen mit schönen stetigen Ableitungen zu bekommen, müsste man vermutlich die Sonnenaufgangsgleichung benutzen, um zu rechnen, um wie viel die Uhr täglich umgestellt werden müsste. Die Daten, die ich benutzt habe, sind nur auf die Minute genau. Das könnte man in Rechnern gut implementieren, aber ich möchte nicht die Wanduhr täglich auf die Sekunde genau umstellen müssen. Eine Minute jeden Tag vier Monate lang wäre schon nervig genug.

Ob man die Zeitumstellung wirklich braucht, ist eine andere Frage. Ich liebe die langen Abende im Sommer und möchte sie nicht vermissen. Andererseits möchte ich im Winter nicht um acht anfangen zu arbeiten, wenn die Sonne sich erst kurz nach neun zeigt.

Am Coolsten fände ich es, wenn die Uhrzeit nicht nur als Funktion der Jahreszeit angepasst wäre, sondern auch als Funktion der geographischen Länge. Die Zeitzonen sind teilweise recht willkürlich und ganz schön breit, es macht beim selben Breitengrad einen großen Unterschied, ob ich in Brest oder in Wien bin.

[1] Daten aus dieser Quelle.

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Migränetag

Gestern Abend bin ich mit Migräne ins Bett gegangen. Das letzte Mal war lange her, zwei Monate, sagt mein Migränekalender[1]. Ich hatte mich schon gewundert, dass es mir den ganzen Monat bei meiner Mutter gut ging und dass ich die Hin- und Rückflüge problemlos überstanden hatte.

Vielleicht liegt es daran, dass wir gestern Abend einen Film geguckt haben. Der Ehemann bekommt langsam aber sicher Hörprobleme, neigt dazu, die Lautstärke höher zu drehen, und am Ende vom Film habe ich die Kopfschmerze. Das ist mir einige Male passiert, weil ich immer zu spät merke, dass der Fernseher zu laut ist, nämlich, wenn die Kopfschmerze schon da sind. Vielleicht hätte ich auch keinen Weißwein zum Skrei am Abendessen trinken sollen. Wobei der Effekt nach dem Film längst verschwunden sein sollte, und zwischendurch hatte ich Wasser und eine Tasse Kamillentee. Oder es liegt an meine Periode, die heute wieder heftig ist, und das, gerade zweieinhalb Wochen nach dem letzten Mal. Meine Periode ist alles andere als periodisch. Vermutlich ist es eine Kombination von allem.

Ich bin ins Bett ohne Tablette gegangen. Ich habe das Glück, dass Migränen meistens nach einer guten Nacht Schlaf verschwinden. Wir sind heute früh beide kurz nach sechs aufgewacht. Draußen tobte ein Gewitter. Windig. Regen prasselte gegen das Haus. Die Migräne war noch da. Geräusch- und Lichtempfindlichkeit. Nach einer Stunde habe ich mich mit Schwindel aus dem Bett gezwungen und eine Tablette Paracetamol mit einem Glas Wasser geschluckt. Weiter versucht zu schlafen. Um neun ist der Ehemann aufgestanden, und mir ging’s immer noch mies. Es regnete, als ich die zweite Tablette geschluckt habe. Ich habe mich zurück ins Bett gepackt und diesmal wirklich geschlafen. Als ich um elf aufgewacht bin, war die Migräne weg. Der Regen hatte aufgehört und durch die Jalousie konnte ich die Sonne erahnen.

Vermutlich war der Wetterumschwung für die Migräne verantwortlich. Das hatte ich in Aachen regelmäßig, weil es dort häufig Gewitter gab. Damals musste ich mich im Büro am Boden hinlegen, weil es mir so schlecht ging, und nach dem Gewitter fühlte ich mich schlagartig besser.

So super fit bin ich heute trotzdem nicht. Nach der Migräne kommt der Migränekater. Raus gehen wollte ich nicht riskieren, obwohl ich vor zwei Tagen einen Corona-Test gemacht habe und der Befund negativ war, ich dürfte die Quarantäne brechen. Nur nicht in diesem Zustand. Ich habe Gitarre gespielt und erneut gemerkt, dass es bei mir zu helfen scheint. Aber nur, wenn ich leichte Kopfschmerze oder Migränekater habe. Während einer Attacke kann ich nur noch liegen und abwarten.

[1] Ach so, doch nicht.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf Meckereien & Co. erschienen.